Arnold Heim (1882–1965)

Geologe

Arnold Heim (geboren am 20. März 1882), Sohn der ersten Schweizer Aerztin Marie Heim-Vögtlin und des Geologen Albert Heim, studierte Geologie in Zürich. In den Jahren 1908 bis 1911 und 1924 bis 28 war er Privatdozent an der Universität und ETH Zürich. Von 1929 bis 1931 wirkte er in China als Professor an der Universität Kanton.

Erkenntnisse über Sedimentation und Tektonik

Heim gelangen bedeutende Untersuchungen im Säntis- und Churfirstengebiet. Bahnbrechend waren seine Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Sedimentation und Tektonik.

Mit seinen Forschungen zu Erdölvorkommen im Auftrag von Industrie und verschiedenen Regierungen erlangte er Weltruf.

Reisen und Suche nach Erdöl

Zahlreiche, ausgedehnte Reisen in allen Erdtteilen waren nicht allein der Geologie gewidmet, sondern auch der Naturbeobachtung und dem Studium fremder Völker und Kulturen.

Heim entwickelte sich dabei zum scharfen Kritiker westlichen Lebensstils, Pionier der Entkolonialisierung und des Naturschutzes.

Die prekäre Versorgungslage der Schweiz mit Rohstoffen im ersten Weltkrieg veranlasste die Maschinenindustrie, Arnold Heim mit der Forschung nach rentablen Erdölvorkommen im Lande zu betrauen. Nach vielversprechenden Anfängen wurden weitere Abklärungen aus finanziellen Gründen eingestellt. Heim hingegen war Zeit seines Lebens von den Chancen der Erdölgewinnung in der Schweiz überzeugt. Am 3. Oktober 1957 hielt er vor der Freisinnigen Partei Zürich einen Vortrag, in dem er gleich eingangs den Rückstand der Schweiz in der Petrolgeologie kritisierte und auf die Kurzsichtigkeit staatlicher und finanzieller Institutionen zurückführte.

Arnold Heim starb am 27. Mai 1965 in Zürich.

Handschrift

Heims Notiz

Vortragsnotizen "Gibt es Erdöl in der Schweiz"

Bestand

Das Hochschularchiv der ETH Zürich betreut den inhaltsreichen Nachlass von Arnold Heim:

Der Nachlass umfasst Korrespondenz mit zahlreichen Briefpartrnern und Briefpartnerinnen, Vortragsmanuskripte, geologische Berichte, geologische Feldbücher, parallel dazu geführte Reisetagebücher, Fotoalben, biographische Unterlagen und vieles mehr. Das Material ist eine Fundgrube zur Erforschung von Themen aus Geologie, Geographie, Ethnologie, Soziologie, Geschichte, Reise- und Verkehrstechnik usw.

Aus dem Nachlass stammen ebenfalls umfangreiche Serien grossformatiger Glasdias von den Forschungsexpeditionen. Diese können direkt im E-Pics Bildarchiv Online (Link verlässt diese Seite) eingesehen werden. Das Bildarchiv bewahrt auch Film- und Tondokumente von Arnold Heim.