17:15 Kolloquium der ETH-Bibliothek

ETH Zürich / Maximilian Warhanek

Das 17:15 Kolloquium der ETH-Bibliothek bietet eine Gelegenheit für Weiterbildung, Diskussion und Netzwerkpflege. In- und ausländische Referentinnen und Referenten präsentieren Themen aus ihren Arbeitsgebieten der Informationswissenschaft, Bibliothekspraxis, des Archiv- und Museumswesens sowie angrenzender Fachgebiete. Die Formel lautet: 30 Minuten Vortrag + 30 Minuten Diskussion + anschliessender Apéro = Inspiration für den Arbeitsalltag.

Es findet jeweils dreimal pro Semester am letzten Donnerstag im Monat um 17:15 Uhr statt und richtet sich an Kolleginnen und Kollegen aus dem Bibliotheks-, Archiv-, Sammlungs- und Museumsgebiet sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

Nächste Veranstaltungstermine

Donnerstag, 27. September / 25. Oktober / 29. November 2018. Weitere Informationen folgen.

Vergangene Veranstaltungen

Referent:

Dr. Eva-Christina Edinger hat an der Universität Konstanz im Feld der Raum- und Architektursoziologie promoviert. Ihr Promotionsprojekt umfasste vergleichende Fallstudien zu Bibliotheken in der Schweiz, Deutschland, Norwegen und Grossbritannien. Seit rund 10 Jahren ist sie als Referentin und Dozentin im Bereich Mittelbauförderung an der Universität Zürich und als Lehrbeauftragte an der Universität Konstanz sowie an der HTWG Konstanz in den Studiengängen Soziologie, Psychologie sowie Architektur tätig. Weitere Informationen auf Spaces of Knowledge (Link verlässt diese Seite)

Exposé:

Environment-Behaviour-Settings beschreiben Umweltsituationen basierend auf der Annahme, dass die gebaute Umwelt uns zu einem bestimmten Verhalten leitet. In der Bibliotheksraumgestaltung wird versucht, sich diese zu Nutze zu machen. Irritierend ist jedoch, wenn trotz sorgfältiger Planung die jeweiligen Räume nicht in der vorgesehenen Weise genutzt werden.

Gründe dafür können in der Widersprüchlichkeit der Environment-Behaviour-Settings gefunden werden: Für die NutzerInnen ist nicht eindeutig ersichtlich, welches Verhalten vorgesehen wäre. Sie wissen somit nicht, ob das, was sie tun möchten (oder gerade tun) gewünscht, erlaubt oder vielmehr verboten ist.

Basierend auf Daten einer siebenjährigen Feldstudie werden widersprüchliche Environment-Behaviour-Settings vorgestellt. Exemplarische Verhaltensdimensionen sind u.a. die Lautstärke (stilles vs. leises vs. lautes Lernen) sowie die Sozialform (individuelles vs. kollaboratives Lernen/Arbeiten).

Referent:

Dr. Noah Bubenhofer ist germanistischer Linguist und interessiert sich für Sprache als Indikator für gesellschaftliche und kulturelle Phänomene. Nach dem Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaften, der Germanistik und der Soziologie an den Universitäten Basel (Link verlässt diese Seite) und Freiburg im Breisgau (Link verlässt diese Seite) leitet er seit März 2015 das Projekt "Visual Linguistics (Link verlässt diese Seite)" am Institut für Computerlinguistik der Universität Zürich (Link verlässt diese Seite). Zudem ist er Mitbegründer von "semtracks" (Link verlässt diese Seite), dem Laboratory for Computer Based Meaning Research.

Exposé:

Bibliotheken standen als Archive von Text schon immer im Zentrum philologischer Lektüren. Mit der Digitalisierung suchen sie heute neue Rollen im Spannungsfeld von traditioneller philologischer Textanalyse und modernem Text-Mining.
Dass digitale Daten und intelligente Algorithmen neue Perspektiven auf Text ermöglichen, ist weitläufig bekannt.

Methoden der Visual Analytics ermöglichen es hierbei, Muster sichtbar und Big Data überhaupt erst analysierbar zu machen. Aus der Reflexion über die Rolle von Visualisierungen in der Linguistik im Rahmen des Projekts "Visual Linguistics" lassen sich Ideen dazu ableiten, welche Rollen Bibliotheken in Zukunft einnehmen könnten. Diese Überlegungen werden vom Referenten mit seinem Vortrag zur Diskussion gestellt.

Referent:

Andreas von Gunten ist in diversen Funktionen des wirtschaftlichen und politischen Lebens aktiv. Aus der Informatik- und Medienbranche kommend gilt sein Augenmerk heute der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Er ist Mitglied der Digitalen Gesellschaft, der Digitalen Allmend sowie der Kerngruppe Task Force Urheberrechtsgesetz. Andreas von Gunten (Link verlässt diese Seite) ist zudem Autor der Publikation "Intellectual Property is Common Property".

Exposé:

Andreas von Gunten stellt in seinem Referat das bestehende Urheberrechtssystem grundsätzlich in Frage.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass das Urheberrecht weltweit kontinuierlich verschärft wird. Gegner dieser Entwicklung geben sich häufig bereits damit zufrieden, nur eine Abschwächung der Verschärfung erwirken zu können.

Der Referent geht hier wesentlich weiter und stellt fest, dass das bestehende Urheberrechtsregime nicht in der Natur begründet ist, sondern vielmehr ein Ergebnis konstanter Lobbyarbeit einer relativ kleinen Gruppe von Akteuren. So geht er in seinem Referat beispielsweise den Fragen nach, wie plausibel die Begründungen für ein Urheberrecht sind, wie eine Welt ohne Urheberrechte aussehen könnte und stellt seine Thesen zur Diskussion.

Slideshare – ETH-Bibliothek (Link verlässt diese Seite)

Unternavigation und ergänzende Informationen

Ergänzende Informationen 17:15 Kolloquium der ETH-Bibliothek

Veranstaltungsort

ETH Zürich
Gebäude LEE (Link verlässt diese Seite)
Leonhardstrasse 21
8092 Zürich

Raum: E 101 (Link verlässt diese Seite)

Fotos, Videoaufnahmen

Während der Dauer der Veranstaltung könnten Fotos oder Videoaufnahmen mit Ihrer Person gemacht werden. Mit einer Teilnahme an der Veranstaltung stimmen sie zu, dass diese ohne finanzielle Entschädigung bzw. zeitlich oder örtliche Einschränkung verwendet werden können.