Beamter im Patentamt (1900–1909)

Einsteins Wunderjahr 1905

Während die anderen Diplomanden seines Jahrgangs ihre Stellen am Polytechnikum antraten, bemühte sich Einstein erfolglos um eine Assistenzstelle an verschiedenen Universitäten in der Schweiz, in Deutschland, Holland und Italien. Dass aber die Freundschaften mit seinen ehemaligen Kommilitonen das Studium überdauerten, spiegelt sich in der Korrespondenz mit Jakob Ehrat bzw. dessen Mutter wieder. Im Sommersemester 1901 erhielt Einstein die Gelegenheit, während zwei Monaten den Mathematikunterricht am Technikum Winterthur zu erteilen. Danach nahm er eine Stelle als Privatlehrer in Schaffhausen an. Schon längere Zeit hoffte er allerdings auf die Ausschreibung einer Stelle beim Patentamt in Bern, für die ihn Marcel Grossmann empfohlen hatte. Als am 11. Dezember 1901 eine Stelle beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum im Bundesblatt ausgeschrieben wurde, zögerte Einstein nicht, sich zu bewerben, und am 19. Juni 1902 wurde er zum technischen Experten III. Klasse gewählt.

1899 hatte Einstein begonnen, sich für eine Schweizer Bürgerschaft zu bewerben. Am 21. Februar 1901 wurde Einstein offiziell Schweizer Staatsbürger.

Das Jahr 1905 wurde für Einstein zum „annus mirabilis“. Er schrieb insgesamt fünf bedeutende Arbeiten zu drei Themenkreisen, namentlich über die Realität und Grösse der Atome, über Lichtquanten und die Spezielle Relativitätstheorie. Vier der Arbeiten erwähnt er in einem Brief (pdf, 535 kB) an Conrad Habicht. Die zündende Idee zur Speziellen Relativitätstheorie kam Einstein im Mai 1905 in einem Gespräch mit Michele Besso in Bern. In den folgenden sechs Wochen verfasste er jenen Aufsatz, der drei Monate später in den „Annalen der Physik“ unter dem unauffälligen Titel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“ erschien und die Physik sowie die gängigen Vorstellungen von Raum und Zeit revolutionieren sollte.

1907 hatte Einstein die erste entscheidende Idee zur Allgemeinen Relativitätstheorie.

Dokumente zur Zeit als Beamter