2015: Internationales Jahr des Lichts und lichtbasierter Technologien

Surrli

Peter Fischli, David Weiss, 1989. Farbphotographie. Graphische Sammlung ETH Zürich

Die ETH-Bibliothek stellt Fachinformation zu allen Aspekten des Lichts und lichtbasierter Technologien bereit. Aus Anlass des internationalen Jahrs des Lichts 2015 finden Sie im Folgenden einen Überblick über wichtige Werke und Bestände.

Zur Lichtforschung des 17. Jahrhunderts

Zur Entwicklung des elektrischen Telegraphen im 19. Jahrhundert

Zur Entwicklung der Perspektive während der Renaissance

Um Antworten auf spezifische Fragen zu finden, dient Ihnen das Wissensportal als Recherchewerkzeug.

Darüber hinaus dokumentieren umfangreiche historische Bestände zum einen die Bedeutung der Astronomie als Forschungszweig an der ETH Zürich. Zum anderen verdeutlichen sie die zentrale Rolle, welche die ETH Zürich in der Entwicklung der Fotografie spielte und welche Funktion die Fotografie im Wissenschaftsbetrieb einnahm.

Die Erforschung der Sonne an der ETH Zürich

Die Erforschung der Sonne war über 100 Jahre lang zentraler Schwerpunkt der Astronomie an der ETH Zürich. Betrieben und geprägt wurde sie von drei Astronomen:

  • Rudolf Wolf (1816 bis 1893)
  • Alfred Wolfer (1854 bis 1931)
  • Max Waldmeier (1912 bis 2000)

Schon vor seiner Berufung als erster Professor für Astronomie am Eidgenössischen Polytechnikum hatte Rudolf Wolf damit begonnen, Beobachtungen über Sonnenflecken zu sammeln und auszuwerten. In Zürich machte er als Direktor der Eidgenössischen Sternwarte sein Institut zu einem renommierten Zentrum der Sonnenforschung.

Von der nach Vorgaben Wolfs von Gottfried Semper erbauten Sternwarte aus initiierte der Astronom die systematische Erhebung der sich verändernden Sonnenflecken. Auf Basis der gesammelten Daten entdeckte Wolf den Sonnenfleckenzyklus von rund 11,1 Jahren.

Sonnenfleckenzeichnungen

5. April 1894
ETH-Bibliothek, Hochschularchiv, Hs 1304:1572

Alfred Wolfer setzte als Wolfs Nachfolger die Beobachtung der Sonnenflecken fort. Neu wurden die Flecken aufgrund einer Projektion auf einem einheitlichen Raster eingezeichnet. Dieses System der Beobachtung und Zählung von Sonnenflecken führten William Brunner bzw. Max Waldmeier bis 1980 fort. Im Hochschularchiv der ETH Zürich finden sich heute 28 000 Blätter mit Sonnenfleckenzeichnungen aus 100 Jahren (Link verlässt diese Seite).

Max Waldmeier, dessen Nachlass (pdf, 3.63 MB) (Link verlässt diese Seite) an der ETH-Bibliothek aufbewahrt wird, legte einen zusätzlichen Schwerpunkt auf die Erforschung der Sonnenkorona. Diese lässt sich ideal bei einer vollständigen Sonnenfinsternis beobachten. Aus diesem Grund führte Waldmeier in den 1950er und 1960er Jahren mehrere Sonnenfinsternis-Expeditionen durch, die ihn nach Afrika, Asien und Südamerika führten. Die Aufnahme der Sonnenkorona von Max Waldmeier stammt aus dem Zeitraum 1961 bis 1963.

Fotografie als Forschungsgebiet und Medium zur Wissenschaftskommunikation

Die optischen und fotochemischen Prozesse der Fotografie wurden nach ihrer Entdeckung intensiv wissenschaftlich erforscht. Die Verfahren zur Aufzeichnung von Bildern wurden analysiert, verbessert und laufend weiterentwickelt. Umgekehrt dienten Fotografien zur Dokumentation und Illustration wissenschaftlicher Beobachtungen und Forschungsergebnisse. Zudem erwies sich die Fotografie als öffentlichkeitswirksames Medium zur Selbstdarstellung des Wissenschaftsbetriebs.

Entsprechend erfüllte an der ETH Zürich das 1886 gegründete Photographische Institut einen doppelten Zweck: Es erstellte Fotografien im Auftrag von Forschenden und der Hochschule und betrieb selbst Forschung auf dem Gebiet der Fotografie. Der Bildbestand des Photographischen Instituts wird heute im Bildarchiv der ETH-Bibliothek aufbewahrt. Beispiele daraus zeigen, wie das Institut nicht nur die eigene Arbeit, sondern auch seine Ergebnisse im Bild festhielt.

Zu den künstlichen Lichtquellen gehörten lange Zeit spektakuläre Magnesiumblitze. Diese Aufnahme entstand 1928.

Unter der Leitung von Prof. Ernst Rüst (1878 bis 1956) führte das Photographische Institut zahlreiche problembezogene Untersuchungen zur Fotografie durch. Dazu gehörten Belichtungsmessungen im Freien, die 1936 im Rahmen von UV-Forschung auf dem Jungfraujoch durchgeführt wurden.

Die Mikrofotografie lieferte Bilder von Strukturen, die für das Auge unsichtbar waren. Diese technisch anspruchsvolle Fotografie war ein Spezialgebiet des Photographischen Instituts. Die Mikroaufnahme von Zellen stammt von 1929, der Blick ins Zimmer für Mikrofotografie von 1955.

Zahlreiche Bilder aus dem Bestand des Photographischen Instituts sind auf der Plattform Bildarchiv Online (Link verlässt diese Seite) einsehbar. Ein Findmittel zum Gesamtbestand (pdf, 1.02 MB) (Link verlässt diese Seite) ist ebenfalls online einsehbar.

Institut und Bildbestand stehen im Zentrum der Publikation Forschung im Fokus – Wissenschaftsfotografie aus dem Bildarchiv der ETH-Bibliothek (Link verlässt diese Seite) von Monika Burri.