Simplontunnel

Simplontunnel

Nordportal. ETH E-Pics Bildarchiv

Eröffnung des Simplontunnels

Bau

Am 19. Mai 1906 wurde der Simplontunnel zwischen Brig und Iselle nach achtjähriger Bauzeit offiziell eröffnet. Auf der Grundlage von Vorstudien Louis Favres erarbeitete die "Compagnie du chemin de fer du Simplon" das Projekt eines Basistunnels, das 1878 auf der Weltausstellung in Paris gezeigt wurde. Die Simplon-Variante fand besonders in Frankreich und Italien wichtige Unterstützung, in der Schweiz bei den Kantonen Wallis, Waadt und Genf. 1881 bis 1882 wurde das Projekt neu überarbeitet. Albert Heim, Professor am Eidgenössischen Polytechnikum Zürich, war für die geologische Untersuchung zuständig.

Der Simplontunnel wurde als Zwillingsbahntunnel zwischen Brig und Iselle geplant und von der Firma Brandt, Brandau & Co realisiert. Alfred Brandt (1846 bis 1899) stammte aus Hamburg und hatte am Eidgenössischen Polytechnikum Maschineningenieur studiert und 1875 bis 1877 als Ingenieur bei der Gotthardbahn gearbeitet. Zusammen mit seinem Studienkollegen Karl Brandau gründete er ein gemeinsames Unternehmen, um seine technologische Innovation einer hydraulischen Drehbohrmaschine zu verwerten. 1893 übernahm die Firma die Bauleitung des Simplontunnels.

Mit einer Tunnellänge von 19.823 km war er lange Zeit der längste Eisenbahntunnel der Welt. Der erste Stollen wurde von 1898 bis 1906 erbaut, wobei es vor allem auf der südlichen Seite grosse Druck-, Wasser- und Gesteinsprobleme gab. Der Durchstich erfolgte am 24. Februar 1905. Am 25. Januar 1906 fuhr der erste Zug von Brig nach Iselle, und am 19. Mai 1906 wurde der Tunnel offiziell eingeweiht.
Der parallel zum ersten Stollen vorangetriebene zweite Stollen wurde von 1913 bis 1922 zum Tunnel II ausgebaut.

Handschrift

Albert Heim

Profil géologique du tunnel du Simplon. (Hs 401:131)

 Bestand

Die Sammlungen und Archive der ETH-Bibliothek besitzen Dokumente zum Bau des Simplontunnels aus verschiedenen Beständen.

Im Hochschularchiv der ETH Zürich befinden sich der Nachlass Charles Andreae (Hs 1002) oder der Nachlass Albert Heim (Hs 401) mit Plänen, Karten, Profilen und Postkarten.

Im Bildarchiv gibt es unter anderem Dias von Leo Wehrli (Dia 247).

In der Sammlung Alte und Seltene Drucke finden sich verschiedene gedruckte Berichte:

  • Percement du Simplon: mémoire, plans et devis / Paul Cérésole. – Lausanne, 1882. (21011 Rar)
  • Développements complémentaires d'un avant-projet de chemin de fer par le Simplon / par Charles Jaquemin. – Lausanne: Imprimerie Georges Bridel, 1862. (3257 Rar)
  • Compagnie des chemins de fer de la Suisse occidental et du Simplon, linge traversée du Simplon... / Jean Meyer. – Lausanne:..., 1886. (31962 Rar)
  • Chemins de fer du Jura-Simplon: traversée du Simplon. – Berne: Staempfli, 1891. (31304 Rar)
  • Tunnel du Simplon: projèt de 1893 / texte par Giuseppe Colombo, Francis Fox et C.J. Wagner. – s.l.,ca. 1894. (32061 Rar)

Sämtliche Dokumente der Sammlungen und Archive können im Lesesaal Sammlungen und Archive konsultiert werden. Neuere Literatur ist über das Wissensportal such- und ausleihbar, so auch zum Thema Tunnelbaugeschichte: (Link verlässt diese Seite)

ETHorama (Link verlässt diese Seite) bietet einen geografischen Zugang zu Bildern, Texten und Karten rund um den Simplontunnel: