Studium am Polytechnikum in Zürich (1896–1900)

Nachdem Einstein in Aarau die Maturitätsprüfung bestanden hatte, trat er am Polytechnikum in Zürich der sechsten Abteilung, der Schule für Fachlehrer in mathematischer und naturwissenschaftlicher Richtung, bei. Als einzige Frau war seine spätere Gattin Mileva Maric (pdf, 1,2 MB) hier eingeschrieben. Einstein war enttäuscht, dass verschiedene neuere Theorien der Physik am "Poly“ nicht behandelt wurden, so z.B. James Clerk Maxwells Theorie des elektromagnetischen Feldes. Er besuchte nur wenige Vorlesungen und studierte lieber zu Hause. Er beschäftigte sich insbesondere mit dem Artikel „Über die Grundgleichungen der Elektrodynamik für bewegte Körper“ von Heinrich Hertz, der Maxwells Theorie behandelte.

Bei Prüfungsvorbereitungen stützte er sich mitunter auf Vorlesungsmitschriften von Kommilitonen. Erhalten sind die vorbildlich geführten Hefte von Marcel Grossmann (Link verlässt diese Seite), die Einstein benutzte. Schwierigkeiten hatte Einstein im dritten Studienjahr mit dem „Physikalischen Praktikum für Anfänger“ bei Jean Pernet. Ob ihm der Professor oder die Experimente missfielen, ist nicht klar; er schwänzte viel, was ihm einen Verweis (pdf 1,2 MB) durch die Direktion und die schlechtestmögliche Note (1).

Im Juli 1900 schloss er das Studium am Poly mit einem Diplom (pdf, 421 kB) ab. Ausser ihm fanden alle vier Diplomanden eine Assistenzstelle am Polytechnikum.

In seinen "Erinnerungen" (pdf, 1,2 MB) zum 100. Geburtstag der ETH (1955) beschreibt Einstein seine Zeit als Student am Polytechnikum.