2016: Internationales Jahr der Hülsenfrüchte

Feuerbohne

Otto Wilhelm Thomé: Prof. Dr. Thomé's Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz in Wort und Bild, 1886.
Ausschnitt, Taf. 454 (Bd. 3)

 
Die ETH-Bibliothek stellt umfassende Fachinformation zu Hülsenfrüchten bereit. Aus Anlass des Internationalen Jahres der Hülsenfrüchte finden Sie im Folgenden einen Überblick über wichtige Werke und Bestände.

Otto Wilhelm Thomé: Prof. Dr. Thomé's Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz in Wort und Bild. Gera-Untermhaus: Verlag von Fr. Eugen Köhler, [1886]

Pietro Andrea Mattioli, Joachim Camerarius: Kreuterbuch desz hochgelehrten unnd weitberühmten Herrn D. Petri Andreae Matthioli. Gedruckt zu Franckfort am Mayn: [Feyrabendt], 1590

Hülsenfrüchte in Archivbeständen

Die lediglich vereinzelt vorhandenen Archivbestände zum Thema Hülsenfrüchte widerspiegeln interessante Veränderungen in der Ausrichtung der ETH Zürich im Bereich der Agrar-, Lebensmittel- und Pflanzenwissenschaften.

Bis in die Nachkriegsjahrzehnte werden Hülsenfrüchte vor allem im Zusammenhang mit heimischer Landwirtschaft und Produktionsoptimierung untersucht. So haben Hülsenfrüchte in den 1950er und 60er Jahren ihren festen Platz im Zuchtgarten des Versuchsguts Oberhof-Rossberg, das vom Institut für Pflanzenbau und Landtechnik betrieben wurde (vgl. z. B. Arbeitsprogramm für die Versuche auf dem Oberhof-Rossberg 1953 (Link verlässt diese Seite)).

Spätestens mit Markus Rudolf Bachmann, der von 1970 bis 1990 an der ETH Zürich Professor für Milchwirtschaft und landwirtschaftliche Probleme der Entwicklungszusammenarbeit war, werden Hülsenfrüchte neu im Kontext von Entwicklungshilfe untersucht. So dienen sie etwa als Beispiel in Bachmanns Manuskript "Lebensmitteltechnologie in Entwicklungsländern: Vor- und Nachernteverluste bei Grundnahrungsmitteln" (ETH-Bibliothek, Hochschularchiv, Hs 1408:7/1, vgl. Findbuch Bestand M. R. Bachmann (Link verlässt diese Seite)). Auch das 1993 an der ETH Zürich gegründete Zentrum für Internationale Landwirtschaft ZIL fördert mehrere Forschungsprojekte über Hülsenfrüchte in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Hülsenfrüchte waren und sind aber nicht nur Gegenstand vielfältiger Forschung. Sie wurden von Forschenden auch als eiweissreiche Nahrungsmittel sehr geschätzt. Dies zeigt etwa der Brief der Conservenfabrik Lenzburg (vormals Henkell & Roth) an den Meteorologen Alfred de Quervain vom 9. Februar 1912. De Quervain hatte als Proviant für seine Expedition zur Durchquerung des mittelgrönländischen Inlandeises unter anderem Schnittbohnen bestellt. Da diese nicht verfügbar waren, bot ihm die Konservenfabrik als Ersatz Hero Erbsen an, "welche entschieden das Feinste darstellen, was in Erbsen erhältlich ist".

Briefausschnitt

ETH-Bibliothek, Hochschularchiv, Brief der Conservenfabrik Lenzburg an Alfred de Quervain, 9. Dezember 1912