Carl Schröter (1855 bis 1939)

Professor für spezielle Botanik an der ETH Zürich

Porträt Carl Schröter

Carl Schröter

Porträt aus dem Bildarchiv der ETH-Bibliothek

Leben

Carl Schröter wurde am 19. Dezember 1855 in Esslingen (Deutschland) geboren. Sein Vater, Moritz Schröter, übernahm 1865 den Lehrstuhl für Maschinenbau und Maschinenkonstruktion am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich. Nach dem frühen Tod des Vaters im Jahr 1867 vermietete die Witwe Pensionszimmer, um die Familie zu versorgen. Die Verleihung des Bürgerrechts durch die Stadt Zürich erleichterte die Situation der Familie. Sie hatte nun ein Anrecht auf die Nutzung von städtischen Studienstipendien. Das kantonale Gymnasium schloss Schröter 1874 ab und begann am Polytechnikum in Zürich mit dem Studium der Naturwissenschaften. Er erwarb nach vier Semestern das Diplom als Fachlehrer für Naturwissenschaften. Vorlesungen, die er mit grossem Interesse besuchte, waren jene in Geologie von Albert Heim. Die entstandene Freundschaft währte ein Leben lang.

Der Botanikprofessor Carl Cramer, welcher seit 1874 im gleichen Haus wie die Familie Schröter wohnte, hatte ihn für das Fach der Botanik begeistert. Nach dem Studium wurde er Cramers Assistent und habilitierte sich im Herbst 1878 an der Technischen Hochschule in Zürich. Im Jahr 1879 erhielt Schröter den Lehrauftrag für die spezielle Botanik. Äusserst beliebt bei den Studenten waren seine Vorlesungen und Exkursionen. Die Demonstrationstafeln, welche Schröter in seinem Unterricht einsetzte, wurden in Tusche von seinem jüngeren Bruder Ludwig gezeichnet. Neben den Vorlesungen war er weiterhin Assistent bei Professor Cramer. Zusätzlich promovierte er 1880 an der Universität Zürich.

Mit 28 Jahren, im Dezember 1883, erhielt Schröter die Ernennung zum ordentlichen Professor für spezielle Botanik, nachdem Oswald Heer im Jahr 1882 emeritierte. Er hatte seinen Platz als unermüdlicher Forscher und passionierter Lehrer gefunden, welcher es verstand, seine Schüler für ihre eigene wissenschaftliche Tätigkeit anzuregen und zu begeistern.

1884 heiratete Carl Schröter seine Studienkollegin aus Amsterdam, Margarete Middelberg. Gemeinsam hatten sie drei Kinder. In über 55 Jahren Forschungs- und Lehrtätigkeit, davon 13 Jahre im Ruhestand, hielt Carl Schröter unzählige Vorträge und veröffentlichte über 200 Schriften. Er verstarb am 7. Februar 1939 an einer Lungenentzündung im Alter von 84 Jahren in Zürich.

Handschrift

Handschriftenmanuskript Carl Schröter (Hs 398: 4)
 

Werke (Auswahl)

  • Die Flora der Eiszeit, 1882
  • Die Alpenflora, 1883
  • Der Bambus und seine Bedeutung als Nutzpflanze, 1885
  • Die Schwebeflora unserer Seen, 1896
  • Die Palmen und ihre Bedeutung für die Tropenbewohner, 1901
  • Bodenzeigende Pflanzen der Schweiz, 1910
  • Der Aletschwald, 1916
  • Ein Besuch einer Zuckerplantage Javas, 1929
  • Flora des Südens, 1936

Bestand

Im Hochschularchiv der ETH Zürich befindet sich der Nachlass in Form von Manuskripten (Hs 398) und Korrespondenzen (Hs 399). Interessieren Sie sich für Bilder aus dem Nachlass von Carl Schröter (Hs 1360), dann kontaktieren Sie bitte das Bildarchiv der ETH-Bibliothek. Weitere Angaben über den Nachlass entnehmen Sie dem elektronische Nachlassverzeichnis in der ETH E-Collection. Über Leben und Werk von Carl Schröter informiert das biographische Dossier im Hochschularchiv der ETH Zürich.