Kaspar Zwicky (1863–1935)

Professor für Kulturtechnik an der ETH Zürich

Kaspar Zwicky

Bildarchiv der ETH-Bibliothek

Kaspar Zwicky wurde am 8. Dezember 1863 in Mollis (Kanton Glarus) geboren. Nach dem Besuch der Primar- und Sekundarschule kam er an die Industrieschule in Zürich, wo er im Herbst 1881 die Maturitätsprüfung ablegte. Anschliessend begann er sein Studium in Mathematik und Physik an der Abteilung für Fachlehrer am Eidgenössischen Polytechnikum und wechselte nach kurzer Zeit in die Abteilung für Bauingenieure, wo er im Frühjahr 1886 diplomierte.

Paris und Ausbildung

Nach einer kurzen Tätigkeit als Assistent-Stellvertreter beim Topographen Professor J. Wild folgte eine Anstellung bei der Société Anonyme Cail in Paris. Inzwischen hatte der Bundesrat beschlossen, als Mittel zur Förderung der Landwirtschaft am Eidgenössischen Polytechnikum eine Abteilung für Kulturtechnik zu errichten. Da kein geeigneter Spezialist für dieses Fach zur Verfügung stand, entschlossen sich die Behörden, einen jungen Absolventen der Bauingenieurschule im Ausland in kulturtechnische Richtungen ausbilden zu lassen, um die Professur für Kulturtechnik übernehmen zu können. Die Wahl des Schulratspräsidenten fiel auf Zwicky.

Deutschland und ETH Zürich

Den Sommer 1887 verbrachte der junge Zwicky als Volontär auf der Kultur-Inspektion in Karlsruhe sowie weitere zwei Semester an der landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin, wo er Kulturtechnik und Landwirtschaft studierte.

Im Jahr 1888 nahm der erst 25-jährige Zwicky die Lehrtätigkeit am Eidgenössischen Polytechnikum auf, zunächst in provisorischer, ab 1891 in definitiver Anstellung. Später wurde ihm noch der Unterricht in bau- und vermessungstechnischen Fächern an der Forstschule übertragen. Zwicky unterrichtete 45 Jahre (1888–1933) an der ETH Zürich Kulturtechnik und Vermessungstechnik. Neben den eigentlichen Fachkenntnissen brachte er den Studierenden bei, rasch und rationell zu rechnen, saubere Feldbücher zu führen, zweckmässige Tabellen und aufschlussreiche graphische Darstellungen zu zeichnen. In seiner Freizeit widmete sich Professor Zwicky der Behandlung mathematischer Probleme.

Kaspar Zwicky starb am 12. August 1935 in Zürich an den Folgen einer Lungenentzündung.

Handschrift

Handschriftliche Mitteilung Kaspar Zwickys an Professor W. Fiedler vom 28. März 1883 (Hs 87: 1604)

Werke

Schriften (Auswahl):

Bestand

Über Leben und Werk von Kaspar Zwicky informiert das biographische Dossier im Hochschularchiv der ETH Zürich. Ebenfalls im Hochschularchiv der ETH Zürich befindet sich der Nachlass in Form von Vorlesungsunterlagen (Hs 469) und Korrespondenz (Hs 87). Das dazugehörige Nachlassverzeichnis (Link verlässt diese Seite) kann online eingesehen werden.