Otto Roth (1853–1927)

Professor für Hygiene und Bakteriologie an der ETH Zürich

Otto Roth wurde am 25. August 1853 in Teufen geboren. Nach dem Medizinstudium in Zürich, Bern und Heidelberg und anschliessenden Praktika in Berlin, Wien, Prag und Paris liess er sich als praktizierender Arzt in seiner Heimat im Appenzellerland nieder. Kaum zwei Jahre später wandte er sich jedoch bereits wieder der Wissenschaft zu: Am renommierten Berliner Hygienischen Institut studierte er bei Robert Koch und habilitierte sich anschliessend am Hygiene-Institut der Universität Zürich (1890).

Professur am Eidgenössischen Polytechnikum

1894 wurde Roth ordentlicher Professor am neu geschaffenen Lehrstuhl für Bakteriologie und Hygiene sowie Leiter des gleichnamigen Instituts am Eidgenössischen Polytechnikum. Er unterrichtete Studierende verschiedener Fachrichtungen: Für Apotheker hielt er Vorlesungen über Bakteriologie und Infektionskrankheiten, für Maschinen- und Chemieingenieure über Gewerbehygiene, für Architekten über Bauhygiene und für Bauingenieure über Trinkwasserversorgung und Beseitigung der Abfallstoffe. Bald wurde die "Hygiene" zum Prüfungsfach.

Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Zum Aufgabenkreis der "Hygiene" gehörten für Roth vor allem der Schutz der menschlichen Arbeitskraft im Berufsleben vor Gefahren der Umwelt, vor Unfall und Vergiftung akuter und chronischer Natur sowie die Stärkung der Gesundheit in menschenwürdiger Wohnung und durch richtige Ernährung. Er führte grundlegende Untersuchungen über Luft, Staub, Ventilation der Wohnräume, der Waschküchen und der Fabriksäle sowie über die natürliche und künstliche Beleuchtung durch. Er trug Wesentliches zur Trinkwasserversorgung der Städte St. Gallen und Zürich bei. Neben der akademischen Lehre und Forschung stand Roth oft im Dienst der Öffentlichkeit. Er verfasste zahlreiche Gutachten und war Mitglied in politischen Kommissionen. 1920 musste er krankheitsbedingt den Lehrstuhl an der ETH verlassen. Stets galt ihm der Leitspruch: "Wissen verpflichtet".

Otto Roth starb am 6. September 1927 in Teufen.

Handschrift

Roths Handschrift

Ausschnitt aus dem Manuskript der Antrittsrede als Privatdozent der Universität Zürich vom 15. November 1890 zum Thema "Die Bacterien in unseren Nahrungsmitteln" (Hs 956: 2).

Bestand

Im Hochschularchiv der ETH Zürich befindet sich ein kleiner Nachlass von Prof. Otto Roth (Hs 956 und Hs 957). Darin enthalten sind neben einigen Korrespondenzen und Manuskripten verschiedene Urkunden sowie die handschriftlich verfasste Antrittsrede. In der Biographica-Sammlung liegt ein informatives Dossier zu Otto Roth vor.