Richard Robert Ernst (*1933)

Ordentlicher Professor für Physikalische Chemie

Richard Robert Ernst wurde am 14. August 1933 in Winterthur geboren. Von 1952 bis 1956 war er Chemiestudent, danach Assistent an der ETH Zürich. 1962 schloss er mit einer "ausgezeichneten Doktorarbeit" über Kernresonanzspektroskopie in physikalischer Chemie ab und erhielt für dieses Doktorat "aus der Kern'schen Stiftung eine Prämie von Fr 1'000.- (tausend Franken) nebst der silbernen Medaille der ETH (Link verlässt diese Seite)" (Hochschularchiv der ETH Zürich, Schulratsprotokoll SR2: 1962, Sitzung Nr. 6 vom 29. September 1962, S. 560).

Fouriertransformations (FT)-NMR-Spektroskopie

Nach dem Studium an der ETH Zürich ging Richard Ernst von 1963 bis 1968 in die USA nach Palo Alto (Kalifornien) zu Varian Associates, wo er unter anderem die Fouriertransformations (FT)-NMR-Spektroskopie (NMR von Nuclear Magnetic Resonance) entwickelte, die dem Verfahren der Kernresonanzspektroskopie zum Durchbruch verhalf. 1968 kehrte er an die ETH Zürich zurück und baute eine Forschungsgruppe in NMR-Spektroskopie auf. Er lehrte zunächst als Privatdozent und Assistenzprofessor, ab 1972 als ausserordentlicher Professor, bis er 1976 schliesslich zum ordentlicher Professor für Physikalische Chemie an der ETH Zürich berufen wurde.

Verleihung des Nobelpreises für Chemie

Richard Ernst gilt heute als Pionier der Kernresonanzspektroskopie. Die magnetische Resonanzspektroskopie wird als Spin-Tomographie in der Medizin als bildgebendes Diagnoseinstrument ohne Strahlenbelastung angewendet. 1991 gewann Ernst den Nobelpreis für Chemie (Link verlässt diese Seite) für seine "Beiträge zur Entwicklung der Methode in der Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR-Spektroskopie)". 

Neben dem Nobelpreis für Chemie (1991) konnte er zahlreiche Ehrungen in Empfang nehmen.

Erwähnt seien nur der

  • Marcel-Benoist-Preis (1986)
  • Wolf-Prize (1991)
  • Louisa Gross Horwitz Prize (1991)

Er erhielt den Ehrendoktor der

  • ETH Lausanne (1985)
  • Technischen Universität München (1989)
  • Universität Zürich (1994)
  • Universität Antwerpen (1997)
  • Babes-Bolyai Universität Cluj-Napoca
  • Universität Montpellier

Auch nach seiner Emeritierung 1998 blieb Richard Ernst ein bestimmender Faktor in der schweizerischen und ausländischen Forschungslandschaft. So war er von 1990 bis 1994 Präsident der Forschungskommission der ETH Zürich.

Zurzeit ist er Mitglied

  • des Schweizerischen Wissenschaftsrates
  • des Stiftungsrates der Marcel Benoist Stiftung
  • des Hochschulrates der Technischen Universität München
  • der US National Academy of Sciences 
  • Royal Academy of Sciences, London
  • Russischen Akademie der Wissenschaften
  • Koreanischen Akademie der Wissenschaft und Technologie
  • und Ehrenmitglied vieler weiterer Gesellschaften