Wolfgang Pauli (1900–1958)

Professor für theoretische Physik

Wolfgang Pauli

Bildarchiv der ETH-Bibliothek

Wolfgang Pauli wurde am 25. April 1900 als erstes Kind des Ehepaars Berta und Wolfgang Joseph Pauli in Wien geboren. Die Mutter war Journalistin, der Vater Arzt und Chemieprofessor. Pauli besuchte das humanistische Gymnasium in Wien, das er 1918 mit der Matura verliess. Ab Herbst desselben Jahres studierte er Physik an der Universität in München, wo er 1921 promovierte.

Assistenzzeit und Entdeckung des Ausschliessungsprinzips

Im Wintersemester 1921/22 war er Assistent an der Universität Göttingen, im Sommersemester 1922 an der Universität Hamburg. Auf Einladung von Niels Bohr folgte 1922/23 ein Studienaufenthalt in Kopenhagen. 1924 habilitierte sich Pauli an der Universität Hamburg und entdeckte das später nach ihm benannte Ausschliessungsprinzip, das er 1925 in einem Artikel der Zeitschrift für Physik formulierte. Im November 1926 verlieh ihm die Universität Hamburg den Professorentitel.

Neutrino und Privatleben

Anfangs 1928 folgte er dem Ruf der ETH nach Zürich auf die Professur für theoretische Physik. Hier arbeitete er mit dem Experimentalphysiker Paul Scherrer zusammen, der ihn als Institutsdirektor weitgehend von administrativen Aufgaben entlastete. Ende 1930 postulierte Pauli in einem Brief die Existenz des Neutrinos. Diese Hypothese stellte er erst im Oktober 1933 am 7. Solvay-Kongress in Brüssel öffentlich vor.

Im Dezember 1929 hatte Pauli die Berliner Tänzerin Käthe Deppert geheiratet, sich jedoch bereits ein Jahr später wieder scheiden lassen. Daraufhin wandte Pauli sich an den Psychiater und Psychologen Carl Gustav Jung, der ihn zur Behandlung an eine junge Kollegin, die Psychoanalytikerin Erna Rosenbaum überwies. Im April 1934 vermählte sich Pauli mit Franca Bertram.

Zweiter Weltkrieg und USA

Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland geriet Pauli wegen seiner jüdischen Abstammung in eine unsichere Lage. Zwei Einbürgerungsgesuche in Zürich wurden 1938 und 1940 abgelehnt. Pauli liess sich daher von der ETH beurlauben und trat 1940 eine Gastprofessur am Institute of Advanced Studies an der Princeton University in den USA an. 1945 erhielt Pauli den Nobelpreis für Physik für seine Entdeckung des Ausschliessungsprinzips. 1946 wurde ihm die amerikanische Staatsbürgerschaft verliehen. Trotz des Angebots, Einsteins Nachfolge in Princeton anzutreten, und eines Rufs an die Columbia Universiy in New York kehrte er im Frühling 1946 an die ETH zurück. 1949 wurde ihm die Schweizer Staatsbürgerschaft zuerkannt.

Erfolge und Ruhm

Paulis Ruhm zog in den folgenden Jahren einerseits viele junge Physiker nach Zürich, anderseits liess Pauli sich für zahlreiche internationale Engagements immer wieder beurlauben. Gleichzeitig war er weitaus mehr als früher in administrative Belange des Physikinstitutes eingespannt, ohne dass er deswegen seine wissenschaftliche Tätigkeit eingeschränkt hätte. Neu beschäftigte er sich zudem mit philosophischen und psychologischen Fragen.

Am 15. Dezember 1958 starb Pauli, der wenige Tage zuvor in einer Vorlesung eine Schmerzattacke erlitten hatte, während eines Spitalaufenthaltes in Zürich.

Handschrift

Ausschnitt aus Wolfgang Paulis Brief an Bartel Leendert van der Waerden, Mathematik-Professor an der Universität Zürich, 28. März 1955

ETH-Bibliothek, Hochschularchiv der ETH Zürich , Hs 652: 6888

Bestände

Leben und Werk Paulis werden ausführlich dargestellt in der virtuellen Ausstellung Wolfgang Pauli und die moderne Physik.

Das Hochschularchiv der ETH Zürich bewahrt das historische Verwaltungsschriftgut der ETH Zürich auf, darunter zahlreiche Unterlagen zu Pauli. Diese liegen auch als gedruckten Fassung vor: Wolfgang Pauli und sein Wirken an der ETH Zürich. Aus den Dienstakten der Eidgenössischen Technischen Hochschule, herausgegeben von Charles P. Enz, Beat Glaus, Gerhard Oberkofler, Zürich 1997 (Link verlässt diese Seite)

Zusätzlich enthalten Privatnachlässe verschiedener Persönlichkeiten weitere Dokumente von Pauli, die in einem Verzeichnis (Link verlässt diese Seite) aufgelistet sind. Paulis eigene nachgelassene Papiere wurden von der Witwe dem CERN Archiv (Link verlässt diese Seite) übergeben.