Ernst Fiedler (1861–1954)

Zum 50. Todestag von Ernst Fiedler (22. Juli 1861 bis 16. Juli 1954), Dozent für Mathematik

Ernst Fiedler

Ernst Fiedler

Porträt aus dem Bildarchiv der ETH-Bibliothek

Leben

Ernst Fiedler wurde am 22. Juli 1861 als Sohn des Mathematikers Wilhelm Fiedler in Chemnitz geboren. Dieser erhielt 1867 einen Ruf als Professor für Geometrie ans Eidgenössische Polytechnikum, worauf die Familie nach Zürich übersiedelte. 1875 wurde die Familie hier eingebürgert. Ernst Fiedler besuchte das Gymnasium in Zürich und studierte danach in Berlin, Leipzig und Zürich. Nach seiner Promotion in Leipzig habilitierte er sich 1886 am Eidgenössischen Polytechnikum als Privatdozent für mathematische Fächer und wurde Hilfslehrer an der Kantonsschule. 1889 wurde er Professor der Mathematik an der Zürcher Industrieschule und 1904 erster Rektor der damals umbenannten Oberrealschule, die er bis 1926 leitete.

Er durchlief rasch eine militärische Laufbahn und wurde mit 43 Jahren der damals jüngste Oberst der Schweizer Armee. Seine mathematischen Vorlesungen tauschte er 1889 durch militärwissenschaftliche. Er lehrte u.a. über Ballistik an der Militärschule. Seine grössten Verdienste erwarb er sich als Förderer der Industrieschule, die er zu einer anerkannten vorbereitenden Institution für das Studium an der Technischen Hochschule machte.

Ernst Fiedler verstarb im hohen Alter von 93 Jahren am 16. Juli 1954 in Zürich.

Handschrift

Fiedlers Handschrift

Titelblatt des Kollegienhefts von Ernst Fiedler mit der stenographischen Nachschrift der Vorlesung 
"Differential- und Integralrechnung" von Prof. G. Frobenius im WS 1879/80 (Hs 107:2).

Legitimationskarte

Legitimationskarte des Eidgenössischen Polytechnikums für Ernst Fiedler aus dem Jahr 1879 (Hs 123:18).

Bestand

Der Nachlass der Archive und Nachlässe der ETH-Bibliothek enthält vorwiegend stenographische Nachschriften von Vorlesungen aus seiner Studienzeit in Berlin (Karl Weierstrass und Leopold Kronecker) und Zürich (Georg Ferdinand Frobenius, Wilhelm Fiedler, Friedrich Weber, Karl Friedrich Geiser u.v.a.). Das Verzeichnis kann über die E-Collection konsultiert werden.



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