Hermann Wäffler (1910–2003)

Zum 100. Geburtstag von Hermann Wäffler (9. Februar 1910 bis 2. September 2003), Professor für Atomphysik an der ETH Zürich

Hermann Wäffler

Hermann Wäffler

Mit freundlicher Genehmigung des Max-Planck-Instituts für Chemie, Mainz

Leben

Hermann Wäffler wurde am 9. Februar 1910 in St. Petersburg als Sohn eines Bankdirektors geboren. Seinen ersten regelmässigen Schulunterricht erhielt er ab 1920 in Schaffhausen. Nach vier Jahren Realschule begann er eine Berufslehre als Elektromechaniker in einer Schaffhauser Apparatefirma und arbeitete anschliessend ein Jahr als Monteur in den Eisen- und Stahlwerken Georg Fischer AG. Es folgte eine eineinhalbjährige Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung der ETH Zürich, die er im Herbst 1931 bestand. Die ersten vier Semester studierte er an der Abteilung für Maschineningenieure, wechselte dann aber in die Abteilung für Mathematik und Physik. Am 10. März 1936 erhielt er das Diplom als Physiker. Danach war er Assistent am Physikalischen Institut der ETH Zürich bei dessen Direktor Professor Dr. Paul Scherrer.

Am 26. Februar 1941 wurde dem Doktoranden für die Lösung der Preisaufgabe "Messung und Diskussion der Ursachen der zeitlichen Schwankungen der kosmischen Ultrastrahlung" die silberne ETH-Medaille zuerkannt. 1941 promovierte der begeisterte Berggänger mit der Dissertation "Ueber die Intensitätsschwankungen der harten Komponente der Höhenstrahlung auf Jungfraujoch (3500 m ü. M.)". Mit einer Habilitationsarbeit bei den Professoren Scherrer und Franz Tank sowie einem Probevortrag über den Bau des Atomkerns habilitierte er sich im Herbst 1943 zum Privatdozenten für Atomphysik an der ETH Zürich und hielt fortan Spezialvorlesungen aus diesem Gebiet.

Im Herbst zuvor besuchte die Mathematikstudentin Constanze von Monakow, eine Enkelin des deutsch-russischen Medizinprofessors Constantin von Monakow an der Universität Zürich, eine Vorlesung von Wäfflers Vorgesetztem Scherrer. Als Frau Wäffler schrieb sie bei Heinz Hopf, Mathematikprofessor, ihre Diplomarbeit, gab aber wenig später ihre weiterführenden Studien zugunsten ihrer häuslichen Pflichten auf. Den Wäfflers wurden in den folgenden Jahren vier Kinder geboren.

Auf das Wintersemester 1949/50 verlieh die ETH Zürich Wäffler den Titel eines Professors. 1950 berief ihn die Universität Zürich zum ausserordentlichen Professor für Experimentalphysik ab dem Wintersemester, die ihn 1957 als Honorarprofessor verabschiedete. 1959 wurde er zum Direktor der Abteilung Kernphysik am Max-Planck-Institut für Chemie (Otto-Hahn-Institut) ernannt, die in seiner Ära eine bauliche Erweiterung erfuhr. An seiner neuen Wirkungsstätte forschte er mit verschiedenen Generationen von Teilchenbeschleunigern zu Prozessen an Atomkernen. 1978 trat er in den Ruhestand.

Am 2. September 2003 verstarb er im Kreis seiner Familie in Windisch.

Handschrift

Dokument

Bestätigung eines Vortrags von Prof. Wäffler an Max Waldmeier, Physikprofessor an der ETH, 24. März 1952 
(ETH-Bibliothek, Archive: Hs 1422a: 4314)

Bestand

In den Archiven und Nachlässen der ETH-Bibliothek befinden sich verstreut in verschiedenen Nachlässen wenige Briefe an und von Wäffler. Seine Karriere lässt sich verfolgen in den Schulratsprotokollen Online, sowie in weiteren Beständen des Hochschularchivs.



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