Zum 125. Geburtstag von Mirko Roš (20. September 1879 bis 29. Mai 1962), Professor für Baustoffkunde und Direktor EMPA
Leben
Mirko Gottfried Roš erblickte am 20. September 1879 in Zagreb (Kroatien) das Licht der Welt. Seine Jugendzeit verlebte er in Belgrad, wo er von 1898 bis 1899 die Technische Fakultät an der Universität besuchte. Sein Studium setzte er an der Königlichen Technischen Hochschule in Hannover fort. 1906 schloss er das Studium mit dem Diplom als Bauingenieur mit Hauptgebiet Brückenbau ab. Seine erste berufliche Tätigkeit führte ihn als Brückeningenieur für die Gotthardbahn in die Schweiz. Nach einem zwei jährigen Aufenthalt in Deutschland liess sich Roš 1909 endgültig in der Schweiz nieder. Von 1910 bis 1924 stand er als Chefingenieur und später als technischer und kaufmännischer Direktor im Dienst der AG Conrad Zschokke.
Seine langjährige Erfahrung als Statiker und Stahlkonstrukteur wurde die Grundlage seiner akademischen Laufbahn. 1923 erhielt er an der ETH Zürich einen Lehrauftrag und im selben Jahr eine Professur für Stahlbau an der Königlichen Technischen Hochschule in Zagreb. Im Jahr darauf wurde er zum Direktor der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (EMPA) und an der ETH Zürich zum Professor für Baustoffkunde und Materialprüfung berufen. Roš vermochte die Stellung und Bedeutung der EMPA bedeutend zu fördern. Vor der Ära Roš war die EMPA eine bescheidene Anstalt für die Prüfung von Baumaterialien. Von 1937 bis zu seinem Rücktritt aus Lehre und Forschung 1949 waltete Prof. Roš als Direktionspräsident der EMPA und zugleich als Direktor der Hauptabteilung A für Bau- und Maschinenindustrie. Neben seinen beruflichen Tätigkeiten betreute Roš von 1926-1949 das Präsidium des von ihm mitgegründeten Schweizerischen Verbandes für die Materialprüfungen der Technik (SVMT). Überdies fungierte er von 1927 bis 1937 als Generalsekretär des ebenfalls von ihm mitinitiierten Internationalen Verbandes für Materialprüfung. Ab 1932 vertrat Professor Roš die Schweiz im Comité international des poids et mesures.
Mirko Roš verstarb am 29. Mai 1962 nach langer Krankheit in seinem 83. Lebensjahr.
Handschrift
Abschiedsworte von Prof. Dr. Mirko Roš zu seinem Rücktritt aus Forschung und Lehre an die Adresse von Paul Niggli, Prof. für Mineralogie und Petrographie an der ETH und Universität Zürich, Neujahr 1950 (Hs 392:715).
Bestand
Die Sammlung Archive und Nachlässe verfügt neben Materialien zum Werk von Mirko Roš (Archivsignatur Hs 359) auch über Briefe und Vorlesungsnachschriften in diversen Nachlässen. Zudem führen die Archive und Nachlässe ein biografisches Dossier, das Zeitungsartikel, Nachrufe aber auch kurze Fach- und Zeitungsartikel enthält. Im Bildarchiv finden sich Porträts von Roš. Sämtliche Dokumente der Spezialsammlungen können im Lesesaal Spezialsammlungen konsultiert werden.
