17:15 Kolloquium der ETH-Bibliothek

ETH Zürich / Maximilian Warhanek

Das 17:15 Kolloquium der ETH-Bibliothek bietet eine Gelegenheit für Weiterbildung, Diskussion und Netzwerkpflege. In- und ausländische Referentinnen und Referenten präsentieren Themen aus ihren Arbeitsgebieten der Informationswissenschaft, Bibliothekspraxis, des Archiv- und Museumswesens sowie angrenzender Fachgebiete. Die Formel lautet: 30 Minuten Vortrag + 30 Minuten Diskussion + anschliessender Apéro = Inspiration für den Arbeitsalltag.

Es findet jeweils dreimal pro Semester am letzten Donnerstag im Monat um 17:15 Uhr statt und richtet sich an Kolleginnen und Kollegen aus dem Bibliotheks-, Archiv-, Sammlungs- und Museumsgebiet sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

Termine für das Frühlingssemester 2019

Reservieren Sie sich schon jetzt die Termine im Frühlingssemester 2019! An folgenden Donnerstagen, jeweils um 17.15 Uhr:

  • 28.03.2019
  • 25.04.2019
  • 23.05.2019

Vergangene Veranstaltungen

Referent:

André Roth ist Chief Digital Officer (CDO) der itnetX AG. Als Wirtschaftsinformatiker, Praktiker, Créateur und digitaler Nomade geht er mit offenen Augen durch das Privat- und Berufsleben und versucht "Open Minded" zu sein und zu bleiben. Als dreifacher Vater lebt er täglich im Spannungsfeld der Mobilitätsanforderungen der jungen Generation, was seine Denkweise massgeblich beeinflusst. André Roth berät in seiner Funktion als CDO Unternehmensführungen zu Themen der Digitalisierung, der Digitalen Transformation und dazu, wie neue digitale Business Modelle erstellt und Innovation im Unternehmen vorangetrieben werden können. Zudem doziert er "Design Thinking" an der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Exposé:

Die Digitalisierung und die Digitale Transformation sind von grosser Bedeutung und immer wiederkehrende «Buzzwords» zugleich. Deren Tragweite ist daher schwer fassbar; dennoch ist klar, dass die Auswirkungen auf Individuen, Gesellschaft und Unternehmen grosse Herausforderungen darstellen.

Der Referent geht auf die Fragen ein, WARUM wir der Digitalen Transformation überhaupt unsere Aufmerksamkeit schenken sollen, wie diese einzuordnen ist und was Disruption in diesem Zusammenhang bedeutet.

Der Referent wird Sie mit seinem querdenkerischen Ansatz auf eine unglaubliche und faszinierende Reise mitnehmen. Dazu sollten Sie bereit sein, über den Tellerrand hinauszuschauen und neue Kontinente zu entdecken.

Referentin:

Dr. Marjan Grootveld ist ausgebildete Computerlinguistin und Senior Policy Officer bei den Data Archiving and Networked Services (DANS (Link verlässt diese Seite)). DANS ist das niederländische Institut für den permanenten Zugang zu digitalen Forschungsressourcen. Hier berät sie Wissensinstitute und Forschungsförderer in Fragen der Datenmanagementpolitik und -praxis, bietet Unterstützung und Schulungen in EU-Projekten wie EUDAT (Link verlässt diese Seite) und OpenAIRE (Link verlässt diese Seite) und coacht die Teilnehmenden des Research Data Netherlands Essentials 4 Data Support Trainings.

Exposé:

Offenheit, Austausch, FAIR-Daten - Oh schöne neue Welt. Für einige Forschenden ist dies nicht mehr nur Vision, sondern bereits Alltag. Für viele andere sind jedoch Begriffe wie Open, FAIR Daten* oder Datenaustausch eine Herausforderung. Welchen Beitrag können wir leisten, damit neue Daten die FAIR Daten Prinzipien erfüllen und wie können wir die FAIRness bestehender Daten messen? "Vertrauen" ist ein wesentlicher Aspekt: Vertrauen, dass andere beispielsweise "Ihre" Daten richtig interpretieren, oder Vertrauen in Datenrepositorien.

Weitere Informationen:

Die Referentin wird virtuell über einen Telepresence Roboter ihr Referat halten und auch in dieser Form an Diskussion und Apéro teilnehmen. Die Vortragssprache wird Englisch sein.

*Die FAIR Daten Prinzipien (Link verlässt diese Seite) verfolgen das Ziel, dass Datensätze auffindbar («findable»), zugänglich («accessible»), kompatibel («interoperable») und wiederverwendbar («re-usable») sind.

Referenten:

Dr. Mela Kocher (Link verlässt diese Seite) unterrichtet an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). In ihrem Fachgebiet Game Design arbeitet sie im Bereich Forschung und Entwicklung mit den Schwerpunkten Applied Games, Gamification und Urban Games. Für das International Office der ZHdK entwickelte sie z.B. das Urban Game «LucyZH». In ihrer Dissertation hat sie sich mit Narrationskonzepten in Computerspielen auseinandergesetzt.

René Bauer (Link verlässt diese Seite) ist Leiter der Master-Vertiefung der Fachrichtung Game Design mit Schwerpunkt Motivationsdesign und Co-Direktor des GameLabs (Link verlässt diese Seite) an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Nebst dem Unterrichten ist er in nationalen und internationalen Projekten engagiert und fördert die Auseinandersetzung mit Games im Bereich Game Studies und Kulturwissenschaften. Als Game Designer und Applikationsentwickler betreibt René Bauer zudem eigene Spielprojekte, experimentiert mit AND-OR.CH an der Schnittstelle zwischen Game und Kunst und entwickelt kollaborative Schreibumgebungen wie nic-las, imachina oder ixistenz mit.

Exposé:

Gamification bedeutet die Übertragung spielbasierter Elemente auf ursprünglich spielfremde Kontexte. Damit soll die Motivation der Anwender verstärkt werden, um gestellte Aufgaben leichter lösen zu können. Gamification-Szenarien verwenden in der Regel nur einzelne Elemente von Spielsystemen. Davon grenzen sich Serious Games («angewandte Spiele») ab, die über ausgefeilte Spielmechaniken verfügen und die Spielenden umfassender zu engagieren vermögen.

Diese Entwicklungen sind nicht neu, aber das «Heilsversprechen» digitaler Spiele für seriöse oder angewandte Kontexte sind tief in die Gesellschaft diffundiert. Die beiden Referenten zeigen auf, welche theoretischen Grundlagen hinter diesen Spielphänomenen stecken, was bei der Entwicklung bedacht werden muss und wie mit diesen Grundlagen, über den Magic Circle der Games hinaus, auch kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen erklärt werden können. Die Fragen werden anhand von konkreten Beispielen aus Projekten in der Therapie, Forschung und Entwicklungshilfe erörtert.

Referentin:

Dr. Eva-Christina Edinger hat an der Universität Konstanz im Feld der Raum- und Architektursoziologie promoviert. Ihr Promotionsprojekt umfasste vergleichende Fallstudien zu Bibliotheken in der Schweiz, Deutschland, Norwegen und Grossbritannien. Seit rund 10 Jahren ist sie als Referentin und Dozentin im Bereich Mittelbauförderung an der Universität Zürich und als Lehrbeauftragte an der Universität Konstanz sowie an der HTWG Konstanz in den Studiengängen Soziologie, Psychologie sowie Architektur tätig. Weitere Informationen auf Spaces of Knowledge (Link verlässt diese Seite)

Exposé:

Environment-Behaviour-Settings beschreiben Umweltsituationen basierend auf der Annahme, dass die gebaute Umwelt uns zu einem bestimmten Verhalten leitet. In der Bibliotheksraumgestaltung wird versucht, sich diese zu Nutze zu machen. Irritierend ist jedoch, wenn trotz sorgfältiger Planung die jeweiligen Räume nicht in der vorgesehenen Weise genutzt werden.

Gründe dafür können in der Widersprüchlichkeit der Environment-Behaviour-Settings gefunden werden: Für die NutzerInnen ist nicht eindeutig ersichtlich, welches Verhalten vorgesehen wäre. Sie wissen somit nicht, ob das, was sie tun möchten (oder gerade tun) gewünscht, erlaubt oder vielmehr verboten ist.

Basierend auf Daten einer siebenjährigen Feldstudie werden widersprüchliche Environment-Behaviour-Settings vorgestellt. Exemplarische Verhaltensdimensionen sind u.a. die Lautstärke (stilles vs. leises vs. lautes Lernen) sowie die Sozialform (individuelles vs. kollaboratives Lernen/Arbeiten).

Referent:

Dr. Noah Bubenhofer ist germanistischer Linguist und interessiert sich für Sprache als Indikator für gesellschaftliche und kulturelle Phänomene. Nach dem Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaften, der Germanistik und der Soziologie an den Universitäten Basel (Link verlässt diese Seite) und Freiburg im Breisgau (Link verlässt diese Seite) leitet er seit März 2015 das Projekt "Visual Linguistics (Link verlässt diese Seite)" am Institut für Computerlinguistik der Universität Zürich (Link verlässt diese Seite). Zudem ist er Mitbegründer von "semtracks" (Link verlässt diese Seite), dem Laboratory for Computer Based Meaning Research.

Exposé:

Bibliotheken standen als Archive von Text schon immer im Zentrum philologischer Lektüren. Mit der Digitalisierung suchen sie heute neue Rollen im Spannungsfeld von traditioneller philologischer Textanalyse und modernem Text-Mining.
Dass digitale Daten und intelligente Algorithmen neue Perspektiven auf Text ermöglichen, ist weitläufig bekannt.

Methoden der Visual Analytics ermöglichen es hierbei, Muster sichtbar und Big Data überhaupt erst analysierbar zu machen. Aus der Reflexion über die Rolle von Visualisierungen in der Linguistik im Rahmen des Projekts "Visual Linguistics" lassen sich Ideen dazu ableiten, welche Rollen Bibliotheken in Zukunft einnehmen könnten. Diese Überlegungen werden vom Referenten mit seinem Vortrag zur Diskussion gestellt.

Referent:

Andreas von Gunten ist in diversen Funktionen des wirtschaftlichen und politischen Lebens aktiv. Aus der Informatik- und Medienbranche kommend gilt sein Augenmerk heute der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Er ist Mitglied der Digitalen Gesellschaft, der Digitalen Allmend sowie der Kerngruppe Task Force Urheberrechtsgesetz. Andreas von Gunten (Link verlässt diese Seite) ist zudem Autor der Publikation "Intellectual Property is Common Property".

Exposé:

Andreas von Gunten stellt in seinem Referat das bestehende Urheberrechtssystem grundsätzlich in Frage.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass das Urheberrecht weltweit kontinuierlich verschärft wird. Gegner dieser Entwicklung geben sich häufig bereits damit zufrieden, nur eine Abschwächung der Verschärfung erwirken zu können.

Der Referent geht hier wesentlich weiter und stellt fest, dass das bestehende Urheberrechtsregime nicht in der Natur begründet ist, sondern vielmehr ein Ergebnis konstanter Lobbyarbeit einer relativ kleinen Gruppe von Akteuren. So geht er in seinem Referat beispielsweise den Fragen nach, wie plausibel die Begründungen für ein Urheberrecht sind, wie eine Welt ohne Urheberrechte aussehen könnte und stellt seine Thesen zur Diskussion.

Slideshare – ETH-Bibliothek (Link verlässt diese Seite)

Unternavigation und ergänzende Informationen

Ergänzende Informationen 17:15 Kolloquium der ETH-Bibliothek

Veranstaltungsort

ETH Zürich
Gebäude LEE (Link verlässt diese Seite)
Leonhardstrasse 21
8092 Zürich

Raum: E 101 (Link verlässt diese Seite)

Fotos, Videoaufnahmen

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