Digitalisierungsparameter

Eine Masterdatei ist die Ausgangsbasis für alle weiteren Verarbeitungen der Digitalisate. Aus ihr werden zum Beispiel JPEG-Dateien erzeugt. Die wichtigsten Parameter zur Herstellung der Masterdatei werden im Folgenden näher erläutert:

Bildauflösung

Die Auflösung steht für die Anzahl Bildpunkte pro Längeneinheit. Ihre Masseinheit ist dpi (dots per inch) oder ppi (pixel per inch). Je höher die Auflösung, desto detailreicher das Digitalisat und desto grösser die Datenmenge.

Allgemeine Empfehlungen:

  • 300 dpi für Graustufen- und Farbvorlagen
  • 400 dpi für spezielle Vorlagen wie Handschriften, Drucke oder Karten mit filigranem Inhalt
  • 600 dpi für bitonale Scans (schwarz/weiss-Vorlagen)
  • Höhere Auflösungen: Nur sinnvoll für Spezialanwendungen wie zum Beispiel die Untersuchung von Papierstrukturen oder die Bilddigitalisierung (3000 bis 4000 dpi bei Negativen und Dias)

Farbmanagement

Die Farbwiedergaben eines Bildes können bei verschiedenen Aufnahme- und Wiedergabegeräten, wie zum Beispiel Scanner, Bildmonitor und Drucker, stark voneinander abweichen. Das Farbmanagement – oder auch Color-Management-System (pdf, 1.28 MB) (Link öffnet ein neues Fenster) – gewährleistet die identische Farbwiedergabe unabhängig von eingesetzten Aufnahme- und Ausgabegeräten. Indem die Geräte mit einem standardisierten Farbprofil kalibriert werden, können Farbunterschiede weitgehend ausgeglichen werden. In der Regel wird dazu das ISO-zertifizierte ICC Profile (Link verlässt diese Seite) des International Color Consortium verwendet. Das verwendete Farbprofil wird zusammen mit dem Digitalisat gespeichert.

Bei Vorlagen, deren Farbgebung ein bedeutendes Kriterium für Forschungsfragen darstellt, empfiehlt sich zusätzlich die Aufnahme eines standardisierten Farbkeiles (oder auch Colorchecker) zusammen mit dem Original.

Praxisbeispiel – Farbmanagement e-rara.ch

Im Projekt e-rara.ch (Link verlässt diese Seite) wird jeweils die vierte Seite zusätzlich mit einem Farbkeil gescannt:

Dieser Scan wird auf der Plattform jedoch technisch unterdrückt und ist online im digitalen Werk nicht ersichtlich.

Farbtiefe

Die Farbtiefe bezeichnet die Menge der darstellbaren Farben. Sie wird als Anzahl verfügbarer Bits pro Pixel angegeben. Eine hohe Farbtiefe ermöglicht feine farbliche Abstufungen, benötigt jedoch mehr Speicherplatz und verursacht höhere Speicherkosten.

Farbtiefe

Erhebliche Unterschiede: Ein Scan in Farbe benötigt dreimal so viel Speicherplatz wie die gleiche Vorlage in 8 Bit Graustufen und ein Vielfaches der bitonalen Version

Entscheidend für die benötigte Farbtiefe ist die geplante Nutzung des Digitalisates:

  • Für Handschriften und alte Drucke (bis circa 1750) wird die farbige Digitalisierung empfohlen.
  • Bei späteren Drucken oder Büchern mit (nicht farbigen) Abbildungen genügt in der Regel der Graustufen-Scan.
  • Für die Massendigitalisierung einfacher, abbildungsfreier Drucke des 19. und 20. Jahrhunderts eignet sich in der Regel die schwarz-weisse – so genannte bitonale – Digitalisierung.