Qualitätskontrolle, Bildbearbeitung

Eine konsequente, im Workflow verankerte Qualitätskontrolle ist unabdingbar, dabei gilt:

  • Für die Qualitätskontrolle sollten Mindestanforderungen auf Projektbasis definiert werden.
  • Wenn möglich wird die Qualitätskontrolle nicht durch die Scanoperateure selbst, sondern durch eine zweite Person durchgeführt, da mit dem 4-Augen-Prinzip Fehlerquellen eher entdeckt werden können.

Kontrolle durch Workflow-Software

Aktuelle Softwarelösungen zur Workflow-Unterstützung führen zwar meist selbstständig eine Qualitätskontrolle durch, diese beschränkt sich jedoch auf technische Aspekte (Dateiformat, Auflösung, Farbmanagement usw.). Sie ist kein vollständiger Ersatz für die visuelle Kontrolle.

Typische Scanfehler sind:

  • Fehlende oder doppelte Seiten
  • Schatten oder Finger auf dem digitalen Bild
  • Schräge Seiten
  • Angeschnittener Satzspiegel (Textblock auf der Seite)
  • Ungenügende Bildschärfe
  • Mangelhafte Farbauthentizität
  • Bildstörungen (z. B. Moiré-Effekt)

Praxisbeispiel – Qualitätskontrolle E-Periodica

Die für E-Periodica (Link verlässt diese Seite) gescannten Zeitschriften werden in der Regel zweimal geprüft:

  1. Unmittelbar nach dem Scannen werden die Bilddateien auf Vollständigkeit, Lesbarkeit und Qualität geprüft. Dazu sind Standardtools wie Adobe Bridge auf kalibrierten Monitoren im Einsatz.
  2. Während die Digitalisate mit strukturellen Metadaten erschlossen werden, erfolgt eine zusätzliche visuelle Kontrolle.

Erfahrungsgemäss verursachen Fehler, die erst während der Metadatenvergabe entdeckt werden, einen ungleich grösseren Korrekturaufwand:

  • Nachscannen
  • Ersetzen der Masterdatei
  • Ersetzen der Nutzungsderivate
  • Wiederherstellung der korrekten Dateinamen usw.

Deshalb ist die manuelle Erstkontrolle von grosser Bedeutung.

Bildbearbeitung

Die nachträgliche Bildbearbeitung ist zeit- und damit kostenaufwendig. Gerade im Zuge der Massendigitalisierung kann der Aufwand für eine Einzelbildbearbeitung nicht gewährleistet werden. Um dennoch eine adäquate Bildqualität garantieren zu können, gibt es Software, die eine stapelweise Bildbearbeitung aufgrund zuvor gesetzter Standards ermöglicht. Beispiele sind PageImprover (Link verlässt diese Seite) von 4Digital Books oder das Open-Source-Produkt ImageMagick (Link verlässt diese Seite).

Praxisbeispiel – Bildbearbeitung E-Periodica

Software

Die von der ETH-Bibliothek verwendeten Scanner verfügen über gerätespezifische, vielseitige Bildbearbeitungssoftware. Das hat für die Zeitschriftendigitalisierung nicht nur Vorteile: Weil sich die Bearbeitungsmöglichkeiten von Scanner zu Scanner unterscheiden und nicht jedes Gerät alle Bedürfnisse abdeckt, wird eine separate, professionelle Bildbearbeitungssoftware (PageImprover) für eine nachträgliche Bearbeitung eingesetzt.

Halbautomatische Bildbearbeitung

Die Bildbearbeitung erfolgt in der Regel im Batch-Betrieb. Vorgängig werden anhand einzelner Seiten die Parameter für die Optimierung manuell bestimmt; anhand dieser Einstellungen wird schliesslich die automatische Bildbearbeitung durchgeführt.

Konkrete Optimierungsaufgaben in der Zeitschriftendigitalisierung sind:

  • Ausrichten der Schrift
  • Reduzieren von störenden Hintergrundinformationen (durchscheinende Seiten)
  • Erhöhen des Kontrasts zwischen Schrift und Hintergrund bei Graustufen-Scans
  • Zentrieren der Seite
Seitenzentrierung

Der Original-Scan (links) im Vergleich mit der optimierten Bilddatei (rechts).