Alfred Wolfer (1854–1931)

Direktor der Eidgenössischen Sternwarte

Alfred Wolfer wurde am 27. Januar 1854 in Schönenberg bei Wädenswil geboren. Er besuchte in Zürich die Industrieschule, wo er 1873 auch die Maturitätsprüfung bestand. Danach nahm er das Studium der Mathematik am Eidgenössischen Polytechnikum auf, welches er mit dem Fachlehrerdiplom abschloss. Er wurde zunächst Volontär und später Assistent an der Eidgenössischen Sternwarte. Neben der Betreuung des Zeitdienstes hatte Wolfer vor allem an der Sonnenfleckenstatistik mitzubeobachten.

Habilitation

Im Jahre 1883 habilitierte er sich. 1891 wurde er Hilfslehrer der Astronomie und Titularprofessor. Nach dem Ableben Rudolf Wolfs, des Direktors der Eidgenössischen Sternwarte, ernannte ihn der Bundesrat 1894 zu dessen Nachfolger. Gleichzeitig wurde er Professor für Astronomie am Polytechnikum und an der Universität Zürich.

Herausgabe der "Astronomischen Mitteilungen"

Entsprechend der Verfügung im Wolfschen Testament gab Wolfer jährlich eine Nummer der "Astronomischen Mitteilungen" heraus. In diesen wurden hauptsächlich statistische Arbeiten über die Fleckenhäufigkeit der Sonne und die Zusammenhänge mit der Variation der erdmagnetischen Elemente veröffentlicht.

Von 1918 bis 1920 übernahm Wolfer die Dekanatsgeschäfte der Philosophischen Fakultät II an der Universität. 1922 wurde er vom ausserordentlichen zum ordentlichen Professor gewählt. Wolfer war Mitglied der Schweizerischen Geodätischen Kommission sowie der Internationalen Erdmagnetischen Kommission. Er war Ehrendoktor der Universität Basel und wurde 1913 zum "Associate of the Royal Astronomical Society" ernannt. 1926 trat er in den Ruhestand und starb am 8. Oktober 1931.

Handschrift

Postkarte an den Zodiakallichtforscher Johann Friedrich Schmid-Bösch vom 24. Juni 1922 (Hs 383:3189)

Werke

Schriften (Auswahl):

Weitere Werke sind im Katalog der ETH-Bibliothek nachgewiesen.

Bestand

Im Hochschularchiv der ETH Zürich finden sich neben dem Nachlass, dessen Verzeichnis (external link) online eingesehen werden kann, Briefe von Wolfer in diversen anderen Nachlässen sowie ein biographisches Dossier.