Hugo Kasper (1908–1981)

Professor für Geodäsie und Photogrammetrie

Hugo Kasper

Bildarchiv der ETH-Bibliothek

Hugo Kasper wurde am 2. Januar 1908 in Brünn (heute: Brno) in Mähren als Sudetendeutscher geboren.

Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule studierte er an der Technischen Hochschule in Brünn Bauingenieur und Vermessungswesen. Er legte 1931 das Staatsexamen ab und promovierte 1933 zum Doktor der technischen Wissenschaften. Bis 1938 war er als Assistent und Privatdozent tätig, danach arbeitete er als Vermessungsingenieur bei der Bauleitung der Reichsautobahn in Wien. 1940 wurde er zum Professor für höhere Geodäsie in Brünn ernannt.

Norwegen

Während des Krieges war er unter anderem mit Vermessungsarbeiten in Norwegen beschäftigt. Nach dem Weltkrieg und der Auflösung der Technischen Hochschule Brünn arbeitete er bei der Aerophotogrammetrie GmbH in Innsbruck.

1948 engagierte die Firma Wild in Heerbrugg Hugo Kasper als Leiter der photogrammetrischen Abteilung.

Einbürgerung und Zeit an der ETH Zürich

Daneben hielt er an der Abteilung für Kulturingenieure der ETH Zürich seit 1956 Vorlesungen über Methoden zur Herstellung kleinmassstäblicher Karten. Im Oktober 1961 übernahm Kasper eine ausserordentliche Professur für Geodäsie an der ETH Zürich, und im gleichen Jahr liess er sich in Au/SG einbürgern. 1969 wurde er zum Ordinarius befördert.

Nach seiner Pensionierung im Jahre 1973 führte er in seinem Privatbüro Dokumentationsarbeiten im Bereich der Architekturphotogrammetrie in der ganzen Schweiz aus. Noch bis zu seinem Tod am 25. Juni 1981 war er freier Mitarbeiter bei Wild in Heerbrugg.

Werke

Unter Kaspers Leitung entstanden bei Wild in Heerbrugg zahlreiche neue Instrumente für die Bildmessung. Er engagierte sich auf dem Gebiet der Präzisionsphotogrammetrie und der extensiven Überweitwinkelphotogrammetrie für Entwicklungsländer. In der Forschung befasste er sich mit der Aufnahme von Plänen in grossem Massstab, mit der Verwendung der Aerotriangulation und mit der Anwendung analytischer Auswertmethoden. Der Vermessung im Strassenbau diente die Klotoidentafel.

Ferner führte Kasper die automatische Datenverarbeitung und die Photogrammetrie bei der Entwurfsbearbeitung im Strassenbau ein. Auf zahlreichen Auslandreisen hielt er über fünfhundert Vorträge. Über 120 Publikationen zeugen von einer umfangreichen wissenschaftlichen Tätigkeit. Der grösste Teil der Werke betrifft photogrammetrische Probleme. Als Standardwerk gilt das Werk "Die Klotoide als Trassierungselement (external link)", das innert 14 Jahren in fünf Auflagen erschien.

Bestand

Mehrere Monografien sind im Wissensportal bestell- und ausleihbar. Zahlreiche Separatdrucke (external link) sind in einer ebenfalls ausleihbaren Sammelmappe zusammengefasst. In den Sammlungen und Archiven befindet sich im Hochschularchiv der ETH Zürich ein biographisches Dossier zum Leben und Werk von Hugo Kasper.