Walter Gröbli (1852–1903)

Privatdozent für Mathematik an der ETH Zürich

Walter Gröbli wurde am 23. September 1852 in Oberuzwil/SG geboren. Sein Vater Isaak Gröbli gilt als Erfinder der Schifflistickmaschine.

1871 bis 1875 studierte Walter Gröbli am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich und schloss mit dem Diplom ab. Anschliessend studierte er in Berlin. Nach seiner Promotion in Göttingen 1876 kehrte er nach Zürich zurück und wurde Assistent am Polytechnikum bei Frobenius. Er habilitierte sich für Mathematik und mathematische Physik und wirkte von 1877 bis 1894 als Privatdozent. Die Vorlesungen beinhalteten ein breites Spektrum: von Hydrodynamik über Elastizitätstheorie bis zu sphärischer Trigonometrie.

Einsatz für Alpinismus und Bergunfall

Ab 1883 unterrichtete Gröbli Mathematik an der Kantonsschule Zürich. Als Wissenschaftler blieb es bei den vielversprechenden Arbeiten zu Beginn seiner Laufbahn.

Dafür widmete er sich umso mehr dem Alpinismus. Doch in den Bergen ereilte ihn sein Schicksal: auf einer Schulreise am 26. Juni 1903 verunglückten Gröbli und drei Begleiter tödlich in einem Lawinensturz am Piz Blas.

Handschrift

Gröblis Handschrift

Brief von Walter Gröbli an seinen ehemaligen Lehrer Wilhelm Fiedler aus Berlin, 16. Mai 1876 (Hs 82:298).

Werke

Spezielle Probleme über die Bewegung geradliniger paralleler Wirbelfäden, in: Vierteljahresschrift der Naturforschenden Gesellschaft, Zürich 1877.

Bestand

Über Leben und Werk von Walter Gröbli informiert das biographische Dossier im Hochschularchiv der ETH Zürich. Es enthält auch die Denkschrift von Richard Frei "Das Lawinenunglück am Piz Blas, 26. Juni 1903". Ein kleiner Nachlass (external link) kam durch eine Schenkung von Prof. Hans Thomann in das Hochschularchiv der ETH Zürich. Weitere Briefe befinden sich im Nachlass Fiedler (Hs 82).