Home
ETH-Bibliothek
ETH
Ausstellungen
Verantwortlich
Webmaster
                           
 

«Interessant, noch nie erprobt!»

Gutachten der OECE-Experten zum FHK-Projekt. Schulratsprotokoll 1958

       
                           
Ein Atomkraftwerk für die ETH Zürich

Die ETH Zürich wurde seit dem Jahr 1930 durch ein Fernheizkraftwerk mit Wärme und Heisswasser versorgt. 1956 stiess die Anlage an der Clausiusstrasse an ihre Grenzen und musste erweitert werden. Professor Bruno Bauer, Direktor des Kraftwerks, wollte anstelle eines zusätzlichen Ölbrenners einen Atomreaktor zu Heizzwecken anschaffen. Er – und ab 1957 sein Nachfolger Walter Traupel – plante zusammen mit verschiedenen Maschinenfirmen den Bau eines kleinen Kernkraftwerks in einer Kaverne unter der Hochschule.

Plan Fernheizkraftwerk, Archiv der ETH Zürich, ARK-NGA-En 2.1
Den Grossteil der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten leistete neben den Instituten der ETH die Firma Sulzer in Winterthur. Die Pläne sahen einen Druckröhrenreaktor mit schwerem Wasser als Moderator und Natururan als Brennstoff vor. Der Schulrat wie auch der Zürcher Regierungs- und Stadtrat unterstützten das Projekt. Grundsätzliche Sicherheitsbedenken wegen eines Reaktors mitten in der Stadt wurden von keiner Seite geäussert. 1958 wurde das Projekt mit einem Kostendach von 55 Millionen Franken beim Bundesrat zur Subvention eingereicht. Das Kernkraftwerk an der ETH wurde zwar nie gebaut, das dafür geplante Reaktorkonzept jedoch später in Lucens realisiert.
         
 
Querschnitt Fernheizkraftwerk, Archiv der ETH Zürich, ARK-BDV-Bte 2.3
 
<< index >>