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Jakob Ackeret (1898–1981)

Weiterbildung und Arbeit in Göttingen 1921–1927

 

Im Herbst 1921 wechselte Ackeret auf Stodolas Empfehlung nach Göttingen zu Prof. Ludwig Prandtl, einer Koryphäe im Bereich der Aerodynamik, um dort für ein Jahr zu studieren. Ackeret widmete sich hier hauptsächlich der Flugzeugaerodynamik. Der Aufenthalt dauerte aber länger als geplant, denn 1922 konnte Ackeret die Leitung der aerodynamischen Versuchsarbeiten übernehmen und seine Studien im mathematisch-physikalischen Bereich fortsetzen. Er konstruierte u.a. einen Elektromotor zum Antrieb von Modellpropellern. Goettingen1 Goettingen2

Ackeret bei einem Strömungsversuch mit rotierenden Zylindern in Göttingen

Gruppe

1925-26 leitete er den Ausbau des Kaiser Wilhelm Institutes für Strömungsforschung (heute: Max Planck Institut für Strömungsforschung), das Prandtl als Ergänzung zur Aerodynamischen Versuchsanstalt bewilligt worden war. Die neuen Einrichtungen nutzte er für Forschungen auf dem Gebiet der Gasdynamik und Kavitation. Den Zweck des Instituts sah Prandtl darin, ggeignete, durch Versuche gestützte Theorien zu entwickeln, um künftige Versuche entbehrlich zu machen. Dieses Prinzip verinnerlichte Ackeret und blieb ihm mit Erfolg treu. Das Hauptinteresse des jungen Forschers galt den Problemen des Fluges bei hohen Geschwindigkeiten.

Die Ergebnisse seiner Versuche publizierte Ackeret in den "Vorläufigen Mitteilungen der Aerodynamischen Versuchsanstalt zu Göttingen". Prandtl und seine Mitarbeiter fassten ihre Forschungen oft in Handbuchartikeln zusammen. Ackeret übernahm für das "Handbuch der Physik" den Artikel über Thermodynamik (1927). Erstmals diskutierte er hier die grundlegende Differentialgleichung. Quasi als Nachtrag zu seiner Göttinger Zeit erschien 1931 der Beitrag über Kavitation (Hohlraumbildung) im Handbuch der Experimentalphysik - eine Erscheinung, welche die technische Entwicklung behinderte.


Prandtl

Ackeret (links) in Göttingen mit Prof. Ludwig Prandtl, Albert Betz und R. Seiferth vor dem Flettner-Rotorschiff

Die Kontakte zu Göttingen pflegte Ackeret auch nach seiner Rückkehr nach Zürich weiter. 1936 nahm er an einer Besichtigung des Kaiser-Wilhelm-Instituts im Rahmen der Tagung der Lilienthalgesellschaft für Luftfahrtforschung teil (Zeitungsbericht der Göttinger Nachrichten vom 15. Oktober 1936). Auch während des Krieges führte er seine Korrespondenz mit Kollegen in Göttingen weiter. 1949 wurde er zum auswärtigen wissenschaftlichen Mitglied des Max-Planck-Instituts für Strömungsforschung berufen und nahm an der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen teil.

Albert Betz: Ackeret in Göttingen. In: ZAMP IXb (1958) S.34-36
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Redaktion: Dr. Rudolf Mumenthaler
Letzte Änderung: 9. Januar 2001