Georgius Agricola 1494 - 1555

Bergmännische Karte vom Erzgebirge, 1815, Bibliothek Georgius Agricola der Technischen Universität Bergakademie Freiberg/Sachsen. Signatur: XVIII 884

Bergmännische Karte vom Erzgebirge, 1815
Bibliothek "Georgius Agricola" der Technischen
Universität Bergakademie Freiberg/Sachsen.
Signatur: XVIII 884

Das Erzgebirge - Schatztruhe Europas

Schon der Name "Erzgebirge" verweist auf eine lange Bergbautradition. Der Gebirgszug, der Böhmen von Sachsen trennt, ist reich an Lagerstätten verschiedener Erze. Besonders Silber war im Mittelalter begehrt. 1168 wurde in der Gegend des späteren Freiberg Silbererz entdeckt. Das erste "Berggeschrei" machte die Runde und zog Scharen von Menschen an. Ein weiterer günstiger Umstand war die Tatsache, dass sich die Erzlagerstätten mitten in grossen Urwäldern befanden, deren Holz den für die Verhüttung der Erze notwendigen Brennstoff lieferten.

Ende des 15. Jahrhunderts erlebte der Silberbergbau im Erzgebirge eine zweite Blüte. Neue Städte schossen aus dem Boden: Schneeberg, Annaberg, Marienberg. Der Bergbau bestimmte fortan die industrielle und soziokulturelle Entwicklung der ganzen Region. 1516 entstand St. Joachimsthal auf der böhmischen Seite des Erzgebirges (heute Jachymov in Tschechien), eine besonders rasch aufstrebende Bergbaustadt. Angelockt vom "grossen Berggeschrei" wuchs dort die Bevölkerung zu Agricolas Zeiten von knapp tausend Einwohnern auf 18'000, die Produktion betrug 15 Tonnen Silber pro Jahr, bei einer Belegschaft von rund 9000 Bergleuten in mehr als 900 Grubenanlagen und 13 Silberhütten. Agricola hätte sich für seine montanwissenschaftliche Forschung keinen geeigneteren Ort aussuchen können.

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