Das Markscheidewesen - die Kunst der Vermessung im Dienste des Bergbaus
Unter Markscheidekunst versteht man das gesamte Vermessungswesen unter Tage (im Gegensatz zur oberirdischen "Feldmesskunst"). Die Hauptaufgabe des Markscheiders bestand ursprünglich darin, die Grenze ("Mark") eines Grubenfeldes abzustecken. Damit sollte vermieden werden, dass die Bergarbeiter in fremdes Gebiet vordrangen. Je mehr der Bergbau in die Tiefe vordrang, desto komplizierter wurden die Besitzverhältnisse. Andererseits erlaubten die Vermessungergebnisse dem Bergwerksbesitzer, Prognosen bezüglich Arbeitsaufwand und Kosten anzustellen. Der Markscheider hielt die gewonnenen Angaben über den Umfang der Lagerstätte, den Rohstoff und die Grubenbauten in einem sogenannten "Risswerk", dass heisst einer Sammlung von Bergwerkskarten fest.
Lange Zeit wurden die theoretischen und praktischen Kenntnisse im Vermessen der Bergwerke ausschliesslich mündlich überliefert. Erst Agricola hat dieses Wissen schriftlich fixiert . Das 4. und 5. Buch von De re metallica enthält eine detaillierte Beschreibung der Markscheidekunst und der verschiedenen Vermessungsverfahren.













