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INSTRUMENTE: ASTROLABIUM PLANISPHAERIUM
   
  D as Astrolabium, seit der Spätantike und bis ins 18. Jahrhundert hinein bekannt, ermöglicht astronomische Beobachtungen und Berechnungen. Es erlaubt die zweidimensionale Wiedergabe des Himmels in Bezug auf den Horizont eines gegebenen geographischen Ortes zu einem beliebigen Zeitpunkt. Es ist also ein instrumentales, astronomisches Weltmodell in zwei Dimensionen (das erklärt die vollständige Bezeichnung "Astrolabium Planisphaerium") und kann mit einer drehbaren Sternkarte verglichen werden. Das Grundprinzip lässt sich folgendermassen darstellen: Ausgehend vom kugelförmigen Modell des Sternenhimmels werden vom Südpol aus alle Himmelskreise und Sternpositionen auf eine durch den Aequator gelegte Ebene projiziert (stereographische Projektion). Dementsprechend mussten zur Herstellung eines Astrolabiums vorgängig umfangreiche Berechnungen auf der Basis der sphärischen Trigonometrie erstellt werden.
 
       
astrolabium   planisphaerium  
Astrolabium mit Transversale Messing. Hergestellt von Paul Cark (1644)

ETH, Sammlung Sternwarte
  Planisphaerium Messing. Hergestellt von Antonius Giamin (1599)
ETH, Sammlung Sternwarte
 
       
Beschreibung: Auf dem erhöhten Rand einer kreisförmigen Grundplatte sind eine Zeitskala in Stunden und eine Winkelskala eingraviert. In diesen Rand eingelegt sind mehrere Scheiben, die ein Gradnetz aus Höhen- und Azimutlinien des Horizontsystems tragen. Darüber ist, drehbar um die Mittelachse, die sogenannte Rete gelegt, eine durchbrochene Scheibe mit einem Netz der Positionen der wichtigsten Fixsterne und dem Tierkreis. Ein Zeiger gestattet die gegenseitige Zuordnung der Skalen und Positionspunkte. Damit lassen sich Auf- und Untergangszeiten der Sterne oder aus der Position eines Gestirns das zugehörige Datum und die Uhrzeit ermitteln. Auf der Rückseite eines Astrolabiums sind Winkel- und Kalenderskalen eingraviert. Ein schwenkbares Visierlineal mit zwei Visiermarken erlaubt die Messung von Höhenwinkeln von Gestirnen. Das Astrolabium stellt somit eine Kombination aus drehbarer Sternkarte, Visierinstrument zur Winkelmessung und astronomischem Rechenschieber dar.
 
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