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Zur Eisenbahngeschichte der Schweiz in den ersten 50 Jahren des Bundesstaates

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Schweizer Unternehmen im Bereich Eisenbahnbau

Die Schweizerische Locomotiv- & Maschinenfabrik Winterthur

Die SLM wurde 1871 von Charles Brown gegründet. 1884 wurde dem Werk eine elektrotechnische Abteilung angegliedert. 1898 konnte die erste elektrische Lokomotive, ausgerüstet von Brown, Boveri & Cie, ausgeliefert werden. Die SLM baute ab 1886 auch Verbrennungsmotoren und unternahm Versuche im Automobilbau.

Die Firmengründung steht in engstem Zusammenhang mit dem Ausbau der schweizerischen Bahnen. International wies der Bau von Dampflokomotiven schon ein beträchtliches Niveau auf. Die SLM schenkte vorerst dem Bau von Lokomotiven für Zahnradbahnen, sowie dem Ausbau der 3/3- und anschliessend auch der 3/4-gekuppelten Maschine besondere Aufmerksamkeit. Hier ein Beispiel aus der frühen Produktion der Lokomotivfabrik Winterthur: eine dreiachsige Tenderlokomotive, gebaut 1876 für die Tösstalbahn. In den ersten hundert Jahren ihres Bestehens baute die SLM insgesamt 2840 Dampflokomotiven, davon 1721 für Schweizer Bahnen.

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tramwagen
Pferdetramwagen
1877 entstand mit der "Tramwaylokomotive" eine erste originelle Neukonstruktion, die auch im Ausland die bisherigen Pferdetrams zu verdrängen begann. Die erste Bestellung ging jedoch für eine Dampflokomotive für die Vitznau-Rigi-Bahn ein. Die Leistungen der SLM in diesem Bereich waren wegweisend. Die seit 1885 besonders für Maschinen mit grösserer Leistung verwendete Abt'sche Bauart wurde seit 1904 zum Teil von einer von der SLM entwickelten Konstruktion ("System Winterthur") abgelöst, die sich für alle Leistungen und Spurweiten eignete.

Maschfab

Die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) wurde 1876 von P.E. Huber-Werdmüller in Zürich gegründet. Ab 1884 begann man nebst Werkzeugmaschinen auch elektrische Lokomotiven zu bauen. Die MFO hatte massgeblichen Anteil an der Elektrifizierung der Schweizer Bahnen. 1969 ging das Unternehmen im BBC-Konzern (heute ABB) auf. 1882 war in Zürich das erste Pferdetram in Betrieb genommen worden. 1899 wurde die Elektrifikation beschlossen und der MFO der Auftrag zum Bau der elektrischen Strassenbahn erteilt. Die Abbildung zeigt einen von der MFO konsturierten offenen Motorwagen der städtischen Strassenbahn Zürichs. Tram

Elektrisches Tram der MFO

Die in der Ausstellung gezeigten Dokumente zum Bau der Gotthardbahn stammen aus einem Bestand der Wissenschaftshistorischen Sammlungen der ETH-Bibliothek. Das entsprechende Verzeichnis kann in unserem Leseraum eingesehen oder über den Bibliothekskatalog mit der Signatur P 919859:59 bestellt werden. Die Piktogramme zur Unterteilung der Abschnitte, die auch als Seitenhintergrund verwendet werden, dienten beim Bau des Gotthardtunnels als Symbole für die Pläne und Karten. Akten und Planmaterial aus der seinerzeitigen Centralbauleitung der Gotthardbahn-Gesellschaft (unter den Oberingenieuren Gerwig, Hellwag und Bridel) gelangten an die ETH, nachdem der stellvertretende Oberingenieur, Eduard Gerlich, als Professor für Ingenieurwissenschaften nach Zürich berufen worden war. Nach seinem Tod im Jahre 1904 wurde das Material von der ETH-Bibliothek übernommen, wo es seit 1960 in deren Handschriftenabteilung aufbewahrt wird.

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Redaktion: Dr. Rudolf Mumenthaler
Letzte Änderung: 8. September 1999