Zur Biographie von Leonardo Pisano |
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Über das Leben von Fibonacci ist wenig bekannt. Vermutungen
führen zum Geburtsjahr um 1170, das Todesjahr wird nach 1240 angenommen.
Der Geburts- und Todesort ist wahrscheinlich Pisa. Es existiert ein
Originaldokument aus dem Jahre 1241, in dem die Stadt Pisa Fibonacci eine
Pension gewährt. Von diesem Zeitpunkt an fehlen weitere gesicherte
Hinweise auf Fibonaccis Leben. Fibonaccis Vater war Kaufmann und Leiter der
pisanischen Handelskolonie in Bugia (Bougie) im heutigen Algerien. Fibonacci
lernte dort bei einem muslimischen Lehrer das indisch-arabische Zahlensystem
kennen und war davon begeistert. Ausgedehnte Reisen in den Orient gaben
Fibonacci die Gelegenheit, sein mathematisches Wissen zu erweitern und zu
vertiefen. Um das Jahr 1200 kehrte er nach Pisa zurück und lebte dort als
Privatgelehrter und mathematischer Schriftsteller. 1202 entstand sein
wichtigstes Werk, der Liber abaci, ein enzyklopädisches Rechenbuch, das
der westlichen Welt die arithmetischen Rechenmethoden auf der Basis des
indisch-arabischen Stellenwertsystems vermittelte. |
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Reproduktion aus: La Pratica di geometria di
Leonardo Fibonacci, 1966 (Signatur P 712614:3) |
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Man kennt Leonardo Pisano heute praktisch nur unter seinem
Beinamen Fibonacci, der sofort die Assoziation mit der "Fibonacci-Folge" weckt.
Seine wahre Bedeutung liegt allerdings nicht in der Entdeckung dieser
Zahlenreihe, sondern in der Tatsache, dass er sich durch das Studium der
antiken Wissenschaft und die Begegnung mit der arabischen Mathematik zu einer
Reihe von Schriften anregen liess, die für einen Neubeginn der angewandten
Mathematik in Europa den Grundstein legten. Eine besondere biographische
Konstellation führte dazu, dass Fibonacci auf zahlreichen Reisen mit dem
mathematischen Wissen verschiedener Kulturen in Kontakt kam. Er kombinierte die
auf diese Weise erworbenen Kenntnisse mit eigenen Überlegungen und brachte
den gesamten Wissensschatz nach seiner Rückkehr in die Heimat zu Papier.
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Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung
durch den Fotografen Frank E. Johnson, Santa Clara USA.
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Seine wohl folgenreichste Leistung war die umfassende
Darstellung und Erläuterung des Rechnens mit den damals noch nicht
gebräuchlichen indisch-arabischen Ziffern. Für viele gilt Leonardo
Pisano als der bedeutendste Mathematiker des Mittelalters.
Folgende Werke sind von Fibonacci überliefert: Liber abaci,
"Buch der Rechenkunst" (1202; erhalten in der Überarbeitung von 1228):
Einführung der indisch-arabischen Ziffern und Erklärung der
arithmetischen Operationen auf der Basis des dezimalen Stellenwertsystems.
Praktische Aufgaben und Regeln für den Handel. Practica geometriae (1220):
Grundbegriffe der euklidischen Geometrie und geometrische Praxis (Vermessung,
Flächen- und Volumenformeln für ebene Figuren und Körper). Liber
quadratorum, "Buch der Quadratzahlen" (1225): Aufgaben mit unbestimmten
quadratischen Gleichungen; bedeutendstes Werk der Zahlentheorie zwischen
Diophant und Fermat. Flos (1225): Lösungen unbestimmter Gleichungen.
Epistola ad Magistrum Theodorum: Unbestimmte Probleme (d.h. Probleme mit
unendlich vielen Lösungen).
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