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Die Werke Fibonaccis wurden in Italien zunächst intensiv
studiert. Vor allem der "betriebswirtschaftliche" Teil des Liber abaci
übte einen grossen Einfluss auf die im 14. Jahrhundert florierenden
Rechenschulen und die in grosser Zahl erscheinenden Rechenbücher (trattati
d'abaco) aus. Noch Luca Pacioli macht in seiner Summa de arithmetica (1494)
ausgiebig von Fibonaccis Werk Gebrauch. In den darauffolgenden Jahrhunderten
geriet er jedoch zunehmend in Vergessenheit, wie so viele Werke des 13. und 14.
Jahrhunderts, die von der Erfindung des Buchdrucks überrollt wurden. Man
kannte Fibonacci allenfalls durch das Zeugnis Paciolis. Biographische Notizen
über Leonardo Pisano waren spärlich, man wusste nicht einmal mehr
genau, wann er gelebt hatte. Noch 1777 heisst es in der Neuauflage der
Encyclopédie von Diderot und d'Alembert unter dem Stichwort
"Algèbre", dass Luca Pacioli ein Schüler von Leonardo von Pisa
gewesen sei, dass man von dessen Schriften jedoch nichts wisse. |
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Dabei waren im 18. Jahrhundert in Italien bereits neue
Erkenntnisse aufgetaucht. Auf seinen Erkundungsreisen durch Bibliotheken
italienischer Städte entdeckte Francesco Antonio Zaccaria (1714-1795) -
Archivar und Bibliothekar des Herzogs von Modena, später Lehrer und
Forscher an der Sapienza in Rom - in Florenz zwei Handschriften des Liber abaci
aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Er veröffentlichte daraus das Verzeichnis
der Kapitelüberschriften, den Widmungsbrief an Michael Scottus sowie die
Einleitung mit der Autobiographie Leonardos und rückte damit die
Lebensdaten Fibonaccis ins rechte Licht.
Die eigentliche Wiederentdeckung Fibonaccis ist jedoch den
beiden Mathematikern Pietro Cossali und Giambattista Guglielmini zu verdanken
und kulminierte Mitte des 19. Jahrhunderts in den Arbeiten von Baldassare
Boncompagni. |
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