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Girolamo Cardano: Hieronymi Cardani artis magnae sive de regulis algebraicis liber unus. Nürnberg, 1545.
Signatur: 73178

Girolamo Cardano wurde 1501 in Pavia geboren. Nach einem Studium der Medizin in Pavia und Padua praktizierte er als Arzt und fand 1539 Aufnahme in das Mailänder Ärzte-Kollegium. 1543 wurde er als Professor für Medizin an die Universität Pavia berufen, wo er bis zu seiner Abberufung nach Bologna im Jahre 1562 wirkte. Cardano war der wohl berühmteste Arzt seiner Zeit. 1570 wurde er wegen Häresie für einige Monate eingekerkert und mit einem Berufs- und Publikationsverbot belegt. Daraufhin ging er nach Rom, wo er 1576 verstarb.

Cardano war bei dem Versuch, kubische Gleichungen zu lösen, auf komplexe Zahlen gestossen. Sein mathematisches Hauptwerk Ars magna, im Jahre 1545 in Nürnberg veröffentlicht, befasste sich unter anderem mit Methoden zur expliziten Lösung von Gleichungen dritten und vierten Grades.

Allerdings hatten zuvor schon Scipione del Ferro und Nicolò Tartaglia die Lösung für eine bestimmte Klasse von kubischen Gleichungen entdeckt. Cardanos Lösung hingegen war allgemeiner, sie umfasste alle kubischen Gleichungen sowie die Lösungen von Gleichungen vierten Grades; er zog hierin bereits negative und imaginäre Wurzeln in Betracht. Cardanos Werke übten auf die Naturwissenschaften im 16. und 17. Jahrhundert grossen Einfluss aus.

Cardano lokalisierte Leonardo Pisano in seiner Schrift De Consolatione (1542) zeitlich "wenige Jahre vor" Luca Pacioli. Später bekam er Einblick in eine Handschrift Fibonaccis und korrigierte sein Urteil: "schon lange vor Fra Luca". In der Ars magna nennt er ihn aber fälschlicherweise "Leonartus Pisauriensis", d.h. "aus Pisaurum" (einer Stadt in Umbrien, heute Pesaro), statt "Pisanus".

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