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Kepler
Unabhängig von Fibonacci beschäftigte sich auch der
deutsche Astronom und Mathematiker Johannes Kepler (1571-1630) mit der
Zahlenfolge 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21 ..., wenn auch in einem ganz anderen Kontext.
In seinem Werk über die Weltharmonik, Harmonices Mundi (1619), kommt
Kepler im Zusammenhang mit der Sphärenmusik und den Verhältnissen von
Tonintervallen auf den Goldenen Schnitt, die "proportio divina", zu sprechen.
Er findet darin die "schöne Idee einer Fortzeugung": Wenn man den
grösseren Teil einer nach dem Goldenen Schnitt geteilten Strecke zum
Ganzen hinzuaddiere, so stehe die Summe zu dieser Strecke wiederum im
Verhältnis des Goldenen Schnitts. Dieses Verhältnis könne zwar
nicht in rationalen Zahlen ausgedrückt werden, doch gebe es eine
Zahlenfolge, die sich kontinuierlich dem wahren Wert annähere. Dann
führt Kepler die ersten Zahlen der Fibonacci-Folge auf (1, 2, 3, 5, 8, 13,
21 ...) und erläutert die Gesetzmässigkeit der Bildung ihrer Glieder
als Summe der zwei vorhergehenden Zahlen, die sich bis ins Unendliche
fortsetzen lasse. Er beobachtet ferner, dass sich das Quadrat einer Zahl dieser
Folge jeweils um 1 vom Produkt der beiden benachbarten Zahlen unterscheidet,
wobei die Differenz abwechselnd positiv oder negativ ist. Damit formuliert
Kepler ebenfalls die Approximation des Goldenen Schnitts durch die
Verhältnisse aufeinanderfolgender Fibonacci-Zahlen.
Abb. aus: Johannes Kepler, Harmonices Mundi. Linz, 1619.
Signatur: Rar 1364 |