De Quervain, Grönland 1912

"Könnte ich es mit dem Kinematographen [versuchen], das wäre doch nur Vorspiegelung falscher Tatsachen."
Zitiert aus: Alfred de Quervain: Quer durchs Grönlandeis.
Die schweizerische Grönland-Expedition 1912/13; mit Beitr. von P.L. Mercanton und A. Stolberg. Basel 1914, S. 50f.

Alfred de Quervain (1879–1927), Meteorologe, Privatdozent, ab 1913 Titularprofessor für Meteorologie an der ETH Zürich, Adjunkt an der Meteorologischen Zentralanstalt und Leiter der Erdbebenwarte in Zürich. Eine erste Expedition führte ihn bereits 1909 nach Grönland.

Im Sommer 1912 gelang Alfred de Quervain die Durchquerung des mittelgrönländischen Inlandeises in west-östlicher Richtung. Er lief mit drei Schweizer Begleitern und mit Einsatz von Hundeschlitten von Ilulissat nach Ammassalik mehr als 500 km über das Eis, eine bedeutend längere Strecke als Fridtjof Nansen 1888 zurückgelegt hatte. Die Reise war auch wissenschaftlich ein Erfolg: Erstmals wurden die grönländischen Gletscher in einem Höhenprofil erfasst.

Die finanzielle Unterstützung der Reise war durch private Sponsoren (u.a. NZZ, Maggi, Hero) erfolgt, nachdem der Bundesrat eine Subventionierung abgelehnt hatte. Zum Abbau des Defizits hielt de Quervain nach erfolgreicher Rückkehr zahlreiche Vorträge. Dafür setzte er Diapositive ein, die von einem Spezialisten in Zürich nach Angaben de Quervains handkoloriert worden waren. Während der Expedition hatte sein Begleiter Wilhelm Jost aber auch schon Farbfotos, sogenannte Autochrome, gemacht. Alfred de Quervains Nachlass mit schriftlichen Dokumenten und umfangreichem Bildmaterial befindet sich in der ETH-Bibliothek.

Eine Auswahl an Bildern gibt es in E-Pics Bildarchiv Online.

E-Pics: Dia_297-42  E-Pics: Dia_297-52  E-Pics: Dia_297-65  E-Pics: Dia_297-71