Home
ETH-Bibliothek
ETH
Ausstellungen
Impressum
Webmaster
 
 
Biografie
Chronologie
Galileo in Florenz

Die Weltsysteme
Auseinandersetzung
Kopernikus
Galilei und Scheiner
Scheiner, Rosa Ursina

Werke

Der Mond
Die Jupitermonde
Sonne und Sonnenflecken
Die Bewegungslehre
Galileis Instrumente

Der Dialog
Erstausgabe
Titelblatt der Erstausgabe
An den geneigten Leser
Die Gesprächspartner
Persönlichkeiten
Ergänzungen
Verbreitung
Kritik an Chiaramonti
Die Nova von 1572
Das Imprimatur
Die Ermahnung

Der Prozess
Chronologie
Orte
 


Die Auseinandersetzung um die Weltsysteme

Zu Galileis Zeit hatten die Wissenschafter verschiedene Modelle des Universums ausgearbeitet, die zueinander in komplizierten Beziehungen standen und damalsWeltsysteme genannt wurden. Vor allem in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entfesselte sich ein bitterer Konflikt zwischen den Vertretern des kopernikanischen Systems (allen voran Kepler und Galilei) und den Verteidigern des geozentrischen Gedankens, die sich nicht nur nach dem antiken Vorbild sondern auch nach dem neuen Weltsystem von Tycho Brahe richteten.

Das "traditionelle" geozentrische und geostatische System, abgeleitet von der Lehre des Ptolemäus Im Mittelpunkt befinden sich die sublunaren Sphären aus Erde, Wasser und Feuer. Darüber dann die himmlischen Sphären: zuerst die sieben Sphären der Planeten: Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn; dann die Sphäre der Sterne und zuallerletzt die Sphäre der Urbewegung, die den anderen himmlischen Sphären die tägliche Umdrehung ermöglichte. Diese Illustration aus den Disquisitiones mathematicae (1614) von Christoph Scheiner zeigt ein vereinfachtes Weltsystem, ausgeheckt vom grossen Mathematiker Cristoforo Clavio (1537-1612). Es entspricht weder dem Original von Aristoteles noch demjenigen des Ptolemäus. Im Bereich der Traditionalisten schwelte seit Jahrhunderten ein Konflikt zwischen denjenigen Astronomen, die sich einzig und allein auf die Mathematik verlassen wollten und das Modell des Universums nur als Hypothese zur Berechnung der Sterne und ihrer Positionen betrachteten und den sogenannten philosophischen Astronomen, die auf der Suche nach einem der physischen Wirklichkeit des Universums entsprechenden Modell waren.

ptolemäus
Brahe

Das Weltsystem des Tycho Brahe Erdacht vom dänischen Astronomen Tycho Brahe (1546-1601) in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ist dies sowohl ein geo- als auch ein heliozentrisches System. Rund um die bewegungslose Erdkugel in der Mitte des Universums bewegt sich der Mond in einem Monat, die Sonne in einem Jahr und um letztere ziehen die Planeten ihre Kreise. Die sogenannte Sternensphäre ist verantwortlich für die tägliche Umdrehung. In diesem System des Tycho Brahe, das trotz Geozentrik sehr verschieden ist von den antiken Vorbildern, wurde davon ausgegangen, dass die diversen Himmel aus flüssiger Materie bestanden. Dieses Modell wurde übrigens auch von Galileis Erzfeind, Christoph Scheiner, verwendet.

Das kopernikanische Weltsystem Illustration aus De revolutionibus (1543) von Kopernikus. Im Zentrum des Universums befindet sich die unbewegliche Sonne. Ebenso unbeweglich ist die Sternenspäre die das Universum umschliesst. Um die Sonne kreisen die Planeten in folgender Reihenfolge: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn. Die Erde rotiert in 24 Stunden um ihre eigene Achse und bewegt sich - zusammen mit ihrem Satelliten, dem Mond - in einem Jahr einmal um die Sonne. Die kopernikanische Weltanschauung - veröffentlicht im Jahr 1543 - wurde von der katholischen Kirche 70 Jahre lang geduldet, d. h. bis ins Jahr 1616. Allerdings wurde sie im 16. Jahrhundert dafür im Norden umso vehementer angegriffen, vor allem in protestantischer Umgebung und dort besonders heftig von Melanchton.

Kopernikus
Bruno

Im Aschermittwochsmahl (1584) von Giordano Bruno erschien diese Illustration, mit der Bruno aufzeigt, wie das ptolemäische Weltsystem - nur indem man Erde und Mond an die Stelle der Sonne setzt und die Sonne selber ins Zentrum des Universums, also anstelle von Erde und Mond rückt, - zum kopernikanischen System wird.


arrow2lstart arrowtempup arrow2rnext
Letzte Änderung: 16. März 1999