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Galileis Instrumente

In seinem Haus in Padua, wo Galilei von 1592 bis 1610 lebte, befand sich auch eine Werkstätte. Dort liess Galilei von seinem Arbeiter, Marc'Antonio Mazzoleni, verschiedene seiner Instrumente herstellen und verkaufte diese mit beachtlichem Gewinn an seine Studenten und Bekannten; hie und da verschenkte er sie auch an seine Freunde. Diesen Verdienstzweig führte Galilei auch in Florenz weiter, wo er sich rühmte, dass unter anderen auch der Linsenhersteller Ippolito Francini, genannt "il Tordo" (die Drossel) für ihn arbeitete.


Der geometrische und militärische Kompass/Zirkel

Um den Vorrang seiner Erfindung gegenüber dem Mailänder Baldassare Capra zu verteidigen, veröffentlichte Galilei dieses - sein erstes - Werk im Jahr 1606: Il Compasso geometrico e militare.


compasso


Titelblatt des Werks in der ETH-Bibliothek
Faltblatt Seite 7

Faltblatt Seite 7


Das armierte Magnet

Galilei war schon in Padua fasziniert gewesen von der Anziehungskraft des Magnets. Es gelang ihm, den Herzog Cosimo I von Medici zu überzeugen, für - wohlgemerkt - 200 Scudi ein Magnet zu kaufen, dass Galileis Freund Sagredo gehörte. Immer wieder machte Galilei Versuche um die natürliche Magnetkraft mittels Armierungen zu verstärken. Zum Schluss des Dritten Tages des Dialogs gibt Galilei eine Erklärung, wie seiner Meinung nach die von ihm hergestellte Armierung die Magnetkraft multiplizieren sollte.

magnet
     

Das Mikroskop Galileis

mikroskop

Im Saggiatore (1623) spricht Galilei von einem "Teleskop, das so angepasst wurde, dass man damit ganz nahe Dinge sehen kann". Zuerst hiess das Instrument "Occhialino" (winzige Brille), dann, im Jahr 1625, wurde es vom Mitglied der Accademia dei Lincei, Giovanni Faber, endgültig "Mikroskop" genannt.

Galilei beschreibt, wie er das Mikroskop hergestellt hat und welche wunderbaren Dinge er mit diesem Instrument sehen konnte. (GALILEO Opere XIII 208-209).


Man sollte es (das Mikroskop) bei sehr heiterem Wetter gebrauchen, besser noch bei direktem Sonnenlicht und darauf achten, dass das zu betrachtende Objekt gut beleuchtet wird. Ich habe mit unbeschreiblicher Bewunderung viele kleine Tierchen betrachtet: Der Floh zum Beispiel sieht äusserst schrecklich aus, die Stechmücken und die Motten hingegen sind wunderschön. Und mit besonderem Vergnügen habe ich beobachtet, wie es Fliegen und anderen kleinen Lebewesen gelingt an Spiegeln hochzugehen oder sogar kopfunter zu spazieren. Aber Ihre Exzellenz werden ausreichend Gelegenheit haben, die abertausende von kleinen Details zu beobachten. Ich bitte Sie, mich über die interessantesten Dinge, die Sie entdecken, auf dem Laufenden zu halten. Kurzum, man kann nun endlos die Grossartigkeit der Natur beobachten, und wie sie im Kleinen funktioniert, und mit welch unglaublicher Sorgfalt sie dies tut […]

(Brief Galileis an Federico Cesi, 23. Sept. 1624).


Das Jovilabium

Nach seiner ausserordentlichen Entdeckung der Jupitermonde im Jahr 1610, widmete sich Galilei intensiv deren Studium. Das Jovilabium gab, wie eine Tabelle, die Positionen, Eklipsen und Bedeckungen der Jupitermonde an und lieferte damit den Schiffsleuten eine Methode zur Berechnung ihrer Längenposition. Die Regierung des holländischen Reiches hatte dem Erfinder einer solchen Messmethode für geographische Längen eine Belohnung von 30'000 Gulden versprochen. Obschon Galileis Methode theoretisch richtig war, gelang es ihm - trotz mehrerer Vorstösse bei der holländischen Regierung und am spanischen Hof - nie, diese Erfindung zu "verkaufen".

jovilabium
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Letzte Änderung: 16. März 1999