|
Mit dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland entstand
für Wolfgang Pauli eine bedrohliche Situation. Ein erstes
Einbürgerungsgesuch in Zürich wurde Ende April 1938 aus formalen
Gründen abgewiesen, worauf Pauli einen deutschen Pass beziehen musste.
Gleichzeitig wurde die Lage für seinen Vater in Wien unerträglich.
Dank des Einsatzes befreundeter Professoren und des Schulratspräsidenten
Arthur Rohn konnte Wolfgang Pauli sen. in die Schweiz flüchten und fand an
der Universität Zürich eine Arbeitsmöglichkeit. |

Hauptgebude der ETH Zrich
ETH-Bibliothek |

Antwort von Heinrich Rothmund auf W. Paulis Einbrgerungsgesuch
Archiv der ETHZ |
Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stellte Wolfgang Pauli
in Bern ein zweites Einbürgerungsgesuch, wieder ohne Erfolg. Der Chef der
Polizeiabteilung, Heinrich Rothmund, begründete die Ablehnung des Antrags
damit, dass Pauli «dem Erfordernis der Assimilation nicht
genüge», was Pauli zutiefst kränkte. Die Blitzsiege
Deutschlands verstärkten die Bedrohungslage für die Schweiz und
für Pauli speziell zusätzlich. Im Falle einer deutschen Besetzung der
Schweiz wäre Pauli gemäss den deutschen Gesetzen als Jude behandelt
worden. |
|
Aus diesem Grund nahm Pauli eine Gastprofessur in Princeton an.
Die ETH gewährte ihm dafür im Juni 1940 Urlaub für ein halbes
Jahr. Es war jedoch absehbar, dass Wolfgang Pauli als Angehöriger einer
kriegführenden Nation während des Krieges nicht mehr in die Schweiz
zurückkehren konnte. An der ETH regte sich Unmut, da sich Kollegen und
Studierende mit einem dauerhaften Provisorium begnügen mussten: Die
Vorlesungen in theoretischer Physik übernahm jeweils sein Kollege von der
Universität, Gregor Wentzel. Doch auch für den Forschungsbetrieb
vermisste man den «Haustheoretiker». Von seiten der ETH versuchte
man Pauli zu einer Rückkehr zu bewegen und drohte ihm mit Auflösung
des Dienstverhältnisses. Pauli jedoch beharrte auf seinem Standpunkt, er
möchte ja seinen Pflichten nachkommen, doch werde er durch höhere
Umstände daran gehindert. Diesem Standpunkt schloss sich auch Bundesrat
Philipp Etter an, der aus prinzipiellen Gründen dagegen war, den
gewählten Professor zu suspendieren. |

Wolfgang Pauli whrend eines Vortrags in Kopenhagen
CERN, Geneva |