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Die internationalen Physikerkonferenzen |
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Das Jahr 1927 war geprägt von einer intensiv geführten
Diskussion zwischen Werner Heisenberg, Niels Bohr und Wolfgang Pauli um die
«Lösung des Quantenrätsels», wie es Pauli in einem Brief
an Bohr nannte. An den beiden internationalen Physikerkonferenzen von Como und
Brüssel wurden die neuen Erkenntnisse erstmals öffentlich
vorgetragen. Pauli lag sehr viel daran, aktiv an den beiden Konferenzen
teilzunehmen. In Como fand vom 11.-20. September 1927 zum Gedenken an den 100.
Todestag von Alessandro Volta eine internationale Physikertagung statt. Niels
Bohr präsentierte seine Komplementaritätsidee einer illustren Schar
von Teilnehmern. In der Diskussion nahmen Max Born,
Hendrik Kramers, Werner Heisenberg,
Enrico Fermi und Wolfgang Pauli Stellung zum
Vortrag. |

Wolfgang Pauli, Werner Heisenberg und Enrico Fermi auf dem Comer See, September 1927
CERN, Geneva |
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Albert Einstein und Wolfgang Pauli in Leiden., 1926
CERN, Genf |
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Kurz darauf, vom 24. bis 29. Oktober 1927, fand in Brüssel
die fünfte Solvay-Konferenz statt, zu der Pauli erstmals eingeladen wurde.
Dieser Kongress war geprägt von den Auseinandersetzungen zwischen Bohr und
Einstein über die «Kopenhagener Deutung» der Quantentheorie.
Die zahlreichen Diskussionsbeiträge des jungen Pauli zeugen vom
Selbstbewusstsein und vom Einfluss, den er mittlerweile auf die Fachwelt
ausübte. Werner Heisenberg meinte dazu: «Die Diskussionen zwischen Bohr und Einstein beherrschten
die Konferenz, und wenn es auch nicht gelang, Einstein davon zu
überzeugen, dass die neue Deutung der Quantentheorie in jeder Weise
befriedigend sei, so musste Einstein doch schliesslich zugeben, dass sie in
sich geschlossen und widerspruchsfrei war. Auch Pauli hatte an diesem Ausgang
der Konferenz, in der er oft das Wort ergriff, entscheidenden Anteil.»
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Die Solvay-Konferenzen |
| Ins Leben gerufen wurden die Konferenzen (frz. Conceils) vom
belgischen Industriellen Ernest Solvay (1838-1922), der in Brüssel ein
Forum zur Diskussion der aktuellen physikalischen Probleme schuf. Der erste
"wissenschaftliche Synod", zu dem ausgewählte prominente Forscher
eingeladen wurden, fand 1911 statt und war dem Thema aktueller Fragen in
molekularer und kinetischer Theorie gewidmet. Das erfolgreiche Konzept, eine
beschränkte Zahl hochrangiger Physiker zu versammeln und ein bestimmtes
Thema zu diskutieren, wurde nach dem 1. Weltkrieg wieder aufgenommen. Von 1921
bis 1933 wurden in dreijährigem Abstand regelmässig Konferenzen
durchgeführt, anfangs im Institut de Physiologie, ab 1930 an der
Université Libre in Brüssel. Pauli nahm von 1927 bis zu seinem Tod
1958 an allen Konferenzen teil. |

Die Teilnehmer der 5.
Solvaykonferenz in Brüssel 1927
© Instituts Internationaux de
Physique et de Chimie, Bruxelles |
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