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Das Neutrino |
| Wolfgang Paulis Name ist untrennbar mit der bahnbrechenden
Hypothese von der Existenz des Neutrinos verbunden, die erst nach 26 Jahren
experimentell bestätigt werden konnte. Ausgangspunkt für Pauli war
das «kontinuierliche Energiespektrum» der Betastrahlen, das sich
theoretisch nicht deuten liess. Niels Bohr versuchte es mit der Hypothese von
der «eingeschränkten Gültigkeit des
Energieerhaltungssatzes», was Pauli nicht akzeptieren konnte. Denn der
Energiesatz hatte sich in allen Gebieten der Physik bewährt und seine
Aussage schien einleuchtend zu sein. In dieser kritischen Situation verfiel
Pauli «auf einen Ausweg der Verzweiflung»: Er entwickelte die Idee,
dass beim Betazerfall ausser dem Elektron ein weiteres, aber elektrisch
neutrales Teilchen emittiert wird, derart, dass die Summe der Energien der
beiden Teilchen konstant ist.
Am 4. Dezember 1930 schrieb Pauli seinen berühmten Brief an
die «lieben Radioaktiven Damen und Herren», die sich in
Tübingen versammelt hatten. Darin skizzierte er seine Idee und fragte an,
wie es um den experimentellen Nachweis stünde. Er hielt seine Idee aber
für zu unausgegoren, um darüber etwas zu publizieren. |
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Teilnehmer des Solvay-Kongresses von 1933 |
Der italienische Kernphysiker
Enrico Fermi nahm die Idee Paulis auf und entwickelte darauf
aufbauend eine Theorie des Betazerfalls. Fermi prägte den Begriff
«Neutrino», nachdem Pauli vom «Neutron» gesprochen
hatte, diese Bezeichnung aber dem 1932 entdeckten, schweren Kernbaustein
vorbehalten blieb. Erst im Oktober 1933, auf dem 7. Solvay-Kongress in
Brüssel, wagte es Pauli, seine Hypothese öffentlich vorzustellen.
Danach dauerte es weitere 23 Jahre, bis der experimentelle Nachweis des
Neutrinos gelang. |
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