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Nach dem anfänglichen Zögern richtete sich Wolfgang
Pauli auf Dauer in Zürich ein. Er nahm im Sommersemester 1946 seine Lehr-
und Forschungstätigkeit wieder auf und bezog mit seiner Frau im Oktober
erneut das Haus in Zollikon. 1949 kamen endlich auch die Bemühungen um die
Einbürgerung zu einem erfolgreichen Abschluss. Wolfgang Pauli
beschäftigte schon nach kurzer Zeit eine Gruppe von ungefähr zehn
Theoretikern. Er wirkte nach wie vor wie ein Magnet auf Physiker aus aller Welt
und trug seinen Teil zur Raumnot am Physikalischen Institut der ETH bei. Bis
1952 konnte dann das alte Physikgebäude erweitert und ein Neubau
geschaffen werden, der die unter Paul
Scherrers Leitung von namhaften Schweizer Firmen erbaute Zyklotronanlage
beherbergte. Die Entwicklung zu immer grösseren Forschungsanlagen
führte schliesslich zur Gründung des Conseil Européen pour la
Recherche Nucléaire (CERN) in Genf. An den vorbereitenden Sitzungen
beteiligte sich auch Wolfgang Pauli, doch die treibende Kraft auf Schweizer
Seite war Paul Scherrer. |

Paul Scherrers Vorlesung im neuen Hrsaal
ETH-Bibliothek |

Teestunde am Physikalischen Institut der ETH Zrich. Von links nach rechts: Armin Thellung, Ernst Heer, Wolfgang Pauli, Fritz Gimmi.
Armin Thellung, Zrich |
In der wissenschaftlichen Gemeinschaft festigte sich Paulis Ruf
als «Gewissen der Physik». In theoretischen Streitfragen galt er
als oberste Instanz. Seine unbestechliche Kritik war bei seinen Kollegen
geschätzt und zugleich gefürchtet. Die häufigen internationalen
Verpflichtungen bedeuteten, dass Wolfgang Pauli mehrmals auch während des
Semesters Urlaub nahm. So weilte er 1954, 1956 und 1958 als «Visiting
Professor» in Princeton und 1952 in Indien. Die Assistenten mussten die
Stellvertretung in den Vorlesungen übernehmen, und ihnen oblag auch die
Betreuung der immer zahlreicheren Diplomanden. Pauli engagierte sich im
Vergleich zur ersten Amtsperiode nun stärker innerhalb des Instituts und
bekleidete 1950 für zwei Jahre das Amt des Abteilungsvorstands. Auf seine
Anregung richtete die ETH Zürich ein Extraordinariat für theoretische
Physik ein, das 1955 mit dem von Pauli favorisierten ehemaligen Assistenten Res
Jost besetzt werden konnte. Ende der 50er Jahre erfuhr die Physik an der ETH
Zürich einen massiven Ausbau, indem drei zusätzliche Ordinariate
für Physik inklusive Kernphysik geschaffen wurden. Wolfgang Pauli nahm an
diesen Veränderungen aktiven Anteil. |