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| William
Brunner Direktor der Eidgenössischen Sternwarte 1926-1945 |
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| William Brunner wurde am 8. Juli 1878 in Wattwil geboren. Er studierte von 1900 bis 1904 mathematische Wissenschaften am Eidgenössischen Polytechnikum. Nach bestandenem Fachlehrerdiplom, wandte er sich dem Lehramt zu, welches er 22 Jahre lang ausübte, zuerst in Chur und ab 1908 an der Höheren Töchterschule in Zürich. Im Jahre 1910 promovierte er an der Universität Zürich. Auf das Sommersemester 1926 ernannte der Bundesrat William Brunner zum Direktor der Sternwarte und zum Professor für Astronomie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Gleichzeitig ernannte ihn der Regierungsrat des Kantons Zürich auch zum ausserordentlichen Professor der Universität. Nicht auf eine akademische Laufbahn vorbereitet und schon in vorgerücktem Alter stehend, nahm William Brunner die Berufung nur zögernd an. Er blieb auch im neuen Tätigkeitsgebiet vor allem Lehrer. Daneben betreute er mit grossem persönlichem Einsatz die herkömmlichen Beobachtungsprogramme, nämlich die Bestimmung der Relativzahlen sowie die Zeichnung der Flecken, Fackeln und Protuberanzen, worin er von zwei Assistenten unterstützt wurde. Die Beobachtungen wurden, nachdem sie seit Jahrzehnten nur archiviert worden waren, wieder publiziert, die Flecken und Fackeln in Form von heliographischen Karten, die Protuberanzen in Form von Tabellen. 1928 übernahm er die Herausgabe des von der Internationalen Astronomischen Union gegründeten "Bulletin for Character Figures of Solar Phenomena". Durch die Lehrtätigkeit und die fortlaufenden Sonnenbeobachtungen und deren statistische Auswertung voll in Anspruch genommen, überliess er die Forschung gerne seinen jüngeren Mitarbeitern. | |
| William Brunner war Mitglied der
Internationalen Astronomischen Union, an deren Versammlungen in Leiden,
Cambridge, Paris und Stockholm er sich beteiligte. Er wurde 1928 Präsident
der Kommission für die "Character Figures of Solar Phenomena" und 1938 in
das Executive Committee der IAU gewählt. In der Schweiz hat er
während kürzerer Zeit der Schweizerischen Meteorologischen und
während längerer Zeit der Schweizerischen Geodätischen
Kommission als Mitglied gedient. Als während der Kriegsjahre die
Verbindungen zwischen vielen Staaten unterbrochen waren, schuf er an der
Eidgenössischen Sternwarte eine Zentralstelle, durch deren Kanäle der
notwendigste Kontakt unter den Astronomen der ganzen Welt aufrecht erhalten
werden konnte. William Brunner trat aus gesundheitlichen Gründen 1945 als Direktor der Eidgenössischen Sternwarte und als Professor für Astronomie in den Ruhestand. Bei diesem Anlass erteilte ihm die Erziehungsdirektion den Titel eines Honorarprofessors und die Royal Astronomical Society in London ernannte ihn zu ihrem Mitglied. Er starb am 1. Dezember 1958. |
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