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Max Waldmeier
Direktor der Eidgenössischen Sternwarte 1945-1979
Max Waldmeier wurde am 18. April 1912 in Olten geboren. Er besuchte dort die städtischen Schulen und später die Bezirksschule in Aarau. 1928 trat er in die technische Abteilung der Aargauischen Kantonsschule ein und bestand 1931 die Matura. Daran schloss sich das Studium an der mathematisch-physikalischen Abteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule an, wo er das Diplom als Physiker erwarb. Neben dem mathematisch-physikalischen Studium betätigte er sich auch noch auf verschiedenen Gebieten der Naturwissenschaften. Im Jahre 1926 begannen seine Sonnenfleckenbeobachtungen, die er später immer wieder aufgriff und die einer der Hauptgegenstände seiner wissenschaftlichen Tätigkeit bleiben sollten. Nach Abschluss seiner Studien wandte er sich ganz der Astronomie zu. 1936 bekam er eine Stelle als Assistent an der Eidgenössischen Sternwarte, wo er sich vorwiegend mit Problemen der Astrophysik beschäftigte. Noch im gleichen Jahr bestand er das Doktorexamen.

1945 erfolgte seine Ernennung zum Direktor der Sternwarte und gleichzeitig zum Professor der Astronomie an beiden Zürcher Hochschulen. Unter seiner Leitung wurde die Eidgenössische Sternwarte durch den Sonnenturm sowie durch das Astrophysikalische Observatorium in Arosa und die Specola Solare in Locarno-Monti ergänzt. Zu der weltweit bekannten Zürcher Sonnenfleckenstatistik, die zum eisernen Bestand des Beobachtungsprogrammes gehörte, sind später die Erforschung der Protuberanzen, der Eruptionen und besonders der Korona gekommen. Die äusserste Atmosphäre der Sonne war das Forschungsziel des Aroser Observatoriums und von 20 Sonnenfinsternis-Expeditionen, welche Waldmeier und seine Mitarbeiter in alle Teile der Erde geführt haben. Das Ergebnis davon liegt in sieben Bänden der "Publikationen der Eidgenössischen Sternwarte" vor, in elf Bänden der "Mitteilungen" und umfasst insgesamt über 500 Arbeiten, dazu kommen noch zehn Bücher, die vorwiegend Probleme der Sonne und der Astrophysik behandeln.
Max Waldmeier
Viele Kommissionen haben Waldmeiers Dienste beansprucht, mehrere Zeitschriften haben ihn in ihr Kuratorium gewählt, und zahlreiche Akademien haben ihn zu ihrem Mitglied ernannt. 1962-63 präsidierte er die Zürcherische und im folgenden Jahr die Schweizerische Naturforschende Gesellschaft. Er betreute die Internationale Zentralstelle für Sonnenforschung und war Herausgeber des "Quarterly Bulletin on Solar Activity". Ein Höhepunkt in seiner Laufbahn war die ehrenvolle Aufgabe, 1948 den ersten Nachkriegskongress der Internationalen Astronomischen Union durchzuführen, auf dem es galt, die für die Astronomie äusserst wichtigen, durch den Krieg aber unterbrochenen internationalen Verbindungen wieder aufzubauen.