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| Alfred
Wolfer Direktor der Eidgenössischen Sternwarte 1894-1926 |
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| Alfred Wolfer wurde am 27. Januar 1854 in
Schönenberg bei Wädenswil geboren. Nach einer kaufmännischen
Lehre in Winterthur, besuchte er die Industrieschule, wo er 1873 die
Maturitätsprüfung bestand. Danach begann er das Studium der
Mathematik am Eidgenössischen Polytechnikum, welches er mit dem
Fachlehrerdiplom abschloss. Er wurde zunächst Volontär und
später Assistent an der Eidgenössischen Sternwarte. Neben der
Betreuung des Zeitdienstes hatte Wolfer vor allem an Rudolf Wolfs
Sonnenfleckenstatistik mitzubeobachten. Er erweiterte aber das Programm: Im
Jahre 1884 begannen die Fleckenzeichnungen im Projektionsbild, 1887 die
Ortsbestimmungen der Fackeln, im Juli 1888 die Protuberanzenbeobachtungen und
1896 die fotografischen Aufnahmen der Sonne. Im Jahre 1883 habilitierte sich
Wolfer und musste in den folgenden Jahren in zunehmendem Masse Wolfs
Vorlesungen übernehmen; 1891 wurde er Hilfslehrer der Astronomie und
Titularprofessor. Nach Wolfs Ableben Ende 1893, ernannte ihn der Bundesrat auf
1. April 1894 zu dessen Nachfolger. Unter der neuen Leitung stand das nun sehr
erweiterte Beobachtungsprogramm an erster Stelle. 1904 wurde ihm neben einer zweiten Assistentenstelle auch eine bedeutende Erweiterung des aus der Gründungszeit stammenden Instrumentariums bewilligt. Neben den programmatischen Beobachtungen kam bei Wolfer die wissenschaftliche und literarische Tätigkeit kurz weg. Entsprechend der Verfügung im Wolfschen Testament gab er jährlich eine Nummer der "Astronomischen Mitteilungen" heraus. In diesen wurden hauptsächlich statistische Arbeiten über die Fleckenhäufigkeit der Sonne und die Zusammenhänge mit der Variation der erdmagnetischen Elemente veröffentlicht. Von 1918 bis 1920 übernahm er die Dekanatsgeschäfte der Philosophischen Fakultät II an der Universität. 1922 wurde er vom ausserordentlichen zum ordentlichen Professor gewählt. Wolfer war Mitglied der Schweizerischen Meteorologischen und der Schweizerischen Geodätischen Kommission sowie der Internationalen Erdmagnetischen Kommission. |
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| Auf äusserliche Ehren und Titel schien Wolfer nicht viel Wert zu legen, besass er doch noch nicht einmal den Doktortitel. Die Universität Basel verlieh ihm diesen später ehrenhalber und 1913 wurde er zum "Associate of the Royal Astronomical Society" ernannt. 1926 trat Wolfer in den Ruhestand. Die ersten drei Jahre nach seinem Rücktritt ging er noch jeden dafür geeigneten Tag auf die Sternwarte, um die Zählung der Sonnenflecken am Normalfernrohr vorzunehmen und beteiligte sich an der Redaktion der "Notizen zur schweizerischen Kulturgeschichte". Er starb am 8. Oktober 1931. | |