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Die
Protuberanzen
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Bei der am 7. Juli 1842 in
Südfrankreich und Oberitalien sichtbaren totalen Sonnenfinsternis, sahen
mehrere Astronomen während der Totalität, an einzelnen Stellen des
Mondrandes, rötliche, wolkenartige Gebilde in die Korona hineinragen.
Nachher zeigte sich, dass schon bei früheren Sonnenfinsternissen
ähnliche Beobachtungen gemacht aber nicht weiter beachtet worden waren.
Diese Protuberanzen bildeten dann den Hauptteil des Programmes für die in Ostpreussen als total zu erwartende Sonnenfinsternis vom 28. Juli 1851. Zahlreiche Beobachtungen über diese Bildungen wurden erhalten, ohne dass man sich über deren Natur verständigen konnte. Während die einen die Protuberanzen als reell, sublunarisch, wahrscheinlich mit den Flecken und den Fackeln der Sonne in Zusammenhang stehend betrachteten, glaubten die anderen dafür genügend optische Erklärung geben zu können. |
| Beide Parteien bereiteten ein
Programm für die Sonnenfinsternis vom 18. Juli 1860 in Spanien vor.
Unmittelbar nach der Beobachtung meinte jede Partei, gewonnen zu haben. Dann
konnten aber Angelo Secchi,
Warren De la Rue und andere mit
Hilfe der während der Finsternis aufgenommenen Fotografien mit aller
Sicherheit nachweisen, dass die Protuberanzen ihre Lage gegen die Sonne nicht
ändern, wohl aber der Mond über dieselben weggleitet. Nun war der
Entscheid eindeutig, und die Beobachtungen bei späteren Finsternissen
haben ihn bestätigt. 1868 gelang es Joseph Lockyer und Jules Janssen zu zeigen, dass Protuberanzen mit Hilfe des Spektroskopes zu jeder Zeit, also auch in Abwesenheit des Mondes, sichtbar gemacht werden können. Aus längeren Reihen regelmässiger Beobachtungen der Protuberanzen konnten manche wichtige Schlüsse gezogen werden. |
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| Die Protuberanzen-Beobachtungen von
Alfred Wolfer Anfangs der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts erweiterte Alfred Wolfer, im Einverständnis mit seinem Vorgesetzten Rudolf Wolf, das Arbeitsprogramm der Eidgenössischen Sternwarte durch tägliche Aufnahmen der Flecken und Fackeln der Sonne im Projektionsbild und durch regelmässige Beobachtung und Messung der Protuberanzen am Sonnenrand mit dem Spektroskop. Alfred Wolfer wollte mit seiner Beobachtungsreihe die Unterlagen schaffen für Untersuchungen über die Beziehungen zwischen Flecken, Fackeln und Protuberanzen und auch über ihre Verteilungsverhältnisse in der Richtung der Sonnenrotation. |
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| Redaktion: F. Lanini | Letzte Änderung: 29. Juli 1999 |