Die Transformation des Publikationssystems zu Open Access

Ein neuer Beitrag in b.i.t. Online von ETH-Bibliothek Direktor Rafael Ball stellt ausgewählte Aspekte der Transformation des Publikationssystems zu Open Access und die Konsequenzen für Bibliotheken und Wissenschaft dar

Die Transformation des wissenschaftlichen Publizierens ist in vollem Gange und die Umstellung der Geschäftsmodelle vom Lizensierungs- und Subskriptionsmodell auf ein autorenfinanziertes Modell läuft geradezu mit Vollgas. Die eigentlichen Ursachen für diesen Prozess sind zum einen die Zeitschriftenpreise und deren Anstieg in den letzten 10 bis 15 Jahren und zum anderen die Idee, dass wissenschaftliche Ergebnisse, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden, auch der Öffentlichkeit frei zugänglich sein sollten.

Bibliotheken spielen in dieser Situation eine besondere Rolle. Einerseits sind sie besonders stark von der Zeitschriftenkrise betroffen (schliesslich waren sie es, die die hohen Abonnementspreise nicht mehr bezahlen konnten) und beteiligen sich nun auffallend aktiv am Transformationsprozess des wissenschaftlichen Publikationssystems, andererseits brechen ihnen mit dem Wegfall der Vermittlung, Erschliessung, Bereitstellung und Archivierung von Bezahlinformation ganze Geschäftsbereiche weg. Es steht sogar zu befürchten, dass sie sich damit einen wichtigen Ast ihrer eigenen Existenz abschneiden. So sind die Funktionen als Vermittler zwischen Angebot und Nachfrage oder die Organisation und das Management der Paywall (Preis- / Leistungsverhandlungen) fast unwiederbringlich verloren. Die Informationen sind dann am Ende der Transformation für alle im Internet frei und kostenlos zugänglich, eine qualitative Auswahl der Literatur entsprechend dem wissenschaftlichen Schwerpunkt der jeweiligen Universität überflüssig (Bestandsaufbau) und eine Katalogisierung sinnlos. Gleichzeitig erreicht das gesamte Informationsmanagement der Scientific Community eine Komplexität, die kaum noch zu überblicken ist: Kostenpflichtige Informationen stehen neben frei zugänglicher Literatur zur Verfügung, gedruckte neben elektronischen, lizenzbasierte neben APC-finanzierten.

Der Beitrag gibt einen kurzen Überblick über ausgewählte, bislang wenig beachtete und diskutierte Argumente und mahnt zu einer besonnenen Vorgehensweise unter Berücksichtigung aller Stakeholder in diesem Prozess.

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12.03.2018