Was ist Open Access?

Ziel von Open Access ist es, wissenschaftliche Literatur uneingeschränkt und entgeltfrei über das Internet zugänglich zu machen sowie Barrieren bei ihrer Nachnutzung abzubauen.

Die Open-Access-Bewegung

Der Begriff Open Access wurde entscheidend durch die Budapest Open Access Initiative (Link verlässt diese Seite) (BOAI) geprägt, die 2002 im Rahmen einer Veranstaltung des Open Society Institute (Link verlässt diese Seite) entstand.

Im Oktober 2003 ging aus einer Konferenz die sogenannte Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (Link verlässt diese Seite) hervor. Die Berliner Erklärung wurde mittlerweile von über 400 Organisationen weltweit unterzeichnet und gilt als wichtiger Meilenstein in der Open-Access-Bewegung. Auch die ETH Zürich gehört zu den Mitunterzeichnenden.

Vorteile

Für Autorinnen und Autoren

  • Höhere Sichtbarkeit durch besseres Suchmaschinen-Ranking
  • Höhere Zitierhäufigkeit
  • Kürzerer Publikationsprozess als über konventionelle Publikationswege
  • Verbleib der Verwertungsrechte beim Autor

Für die akademische Gemeinschaft

  • Uneingeschränkter weltweiter Zugang ohne technische oder finanzielle Barrieren
  • Gute Auffindbarkeit der Dokumente und direkter Volltext-Zugriff
  • Vereinfachte Nutzung für weitere Forschungsaktivitäten
  • Erleichterung der interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit

Viele weitere Gründe für Open Access, aber auch Informationen über bestehende Vorbehalte, finden Sie auf der Informationsplattform Open Access (Link verlässt diese Seite).

Umsetzungs-möglichkeiten

In der Praxis haben sich zwei verschiedene Wege für die Umsetzung von Open Access etabliert:

Grüner WegGoldener Weg
Der "grüne Weg" verfolgt die Zweitveröffentlichung von wissenschaftlichen Publikationen auf einem institutionellen oder fachspezifischen Dokumentenserver.
 
Der institutionelle Dokumentenserver der ETH Zürich ist die Research Collection (Link verlässt diese Seite).
Als "goldener Weg" des Open-Access-Publizierens wird die Erstveröffentlichung eines Artikels über einen Open-Access-Verlag bezeichnet.
 
Die ETH-Bibliothek bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der ETH Zürich die Möglichkeit, kostenlos oder vergünstigt in Open-Access-Zeitschriften zu publizieren

Open-Access-Mandate

In der Regel ist es wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren selbst überlassen zu entscheiden, ob sie ihre Publikationen im Internet frei zugänglich machen.

Immer mehr Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Forschungsförderer gehen jedoch dazu über, von ihren Angehörigen oder Beitragsempfängern Open-Access-Veröffentlichungen explizit einzufordern.

Auch die ETH Zürich hat 2008 eine Open-Access-Policy verfasst.

Die Open-Access-Vorgaben wichtiger Institutionen der Forschungsförderung, wie des Schweizerischen Nationalfonds oder der Europäischen Kommission, finden Sie unter Forschungsförderer.

Eine Übersicht über alle derzeit aktiven Open-Access-Mandate von Forschungseinrichtungen und –förderern bietet das Registry of Open Access Repositories Mandatory Archiving Policies (Link verlässt diese Seite) (ROARMAP).

Herausforderungen

Bei vielen Open-Access-Befürwortern besteht die Hoffnung, dass über eine auf offenem Zugang basierende Publikationsform die Macht der grossen wissenschaftlichen Verlage und deren Preispolitik (Link öffnet ein neues Fenster) gebrochen werden kann.

Derzeit lässt sich jedoch keine verbindliche Aussage dazu treffen, ob und wie Open Access als Katalysator für ein insgesamt kostengünstigeres wissenschaftliches Publikationsmodell wirken kann. Auch bleibt die Frage offen, wie ein kostenneutraler Übergang zu einem solchen Modell erreicht werden könnte.