Die Verbreitung des Dialogs

Trotz der kirchlichen Zensur erlebte nicht nur die lateinische Übersetzung, sondern auch die italienische Originalausgabe des Dialogs im 17. Jahrhundert eine grosse Verbreitung. Bis heute haben sich verstreut in verschiedenen Bibliotheken Europas und den USA erstaunliche 250 Exemplare erhalten. Auch handschriftliche Kopien sind überliefert. In zeitgenössischen Texten anderer Autoren lassen sich zudem wörtliche Zitate aus dem Dialog finden, so z.B. im Werk "Prodromus ..." von Christoph Scheiner, veröffentlicht 1651 in Prag. 

Als der Mathematiker und Physiker Vincenzo Viviani (1622–1703), der letzte Schüler Galileis, die erste Ausgabe der gesammelten Werke seines Meisters vorbereitete, setzte er sich bei den kirchlichen Behörden vehement für die Bewilligung einer Neuauflage des Dialogs ein. Trotz aller Anstrengungen erschienen Galileis Werke aber 1656 in Bologna ohne den Dialog. Allerdings gelang es Viviani im Fünften Buch der Elemente von Euklid, erschienen in Florenz 1674, einige Textpassagen aus dem Dialog zu zitieren.