Nationale Verhandlungen mit Verlagen – Lesen und Publizieren neu geregelt

Fragen? Die ETH-Bibliothek hilft gerne.

Telefon: +41 44 632 21 35
E-Mail-Adresse: info@library.ethz.ch
Sie können uns auch über WhatsApp (Link verlässt diese Seite) und unseren Chat kontaktieren.

In den Verhandlungen über den Zugang der Hochschulen zu öffentlich finanzierten Publikationen hat swissuniversities mit den Grossverlagen Wiley und Elsevier für 2020 eine Einigung erzielt. Trotz vertragslosem Zustand mit Springer Nature ist der Zugang zu allen Zeitschrifteninhalten bis auf weiteres sichergestellt.

Resultate für 2020

  • Wiley: Verlängerung der bestehenden Vereinbarung ohne Mehrkosten. Die Vereinbarung enthält keine Open-Access-Bestandteile. Der Zugriff auf sämtliche Inhalte der Wiley-Zeitschriften bleibt wie gewohnt bestehen. Mit Wiley wurde eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) für den Abschluss eine «Read & Publish»-Vertrags ab 2021 getroffen. Die Verhandlungen laufen 2020 weiter.
    Zudem ist es für Autorinnen und Autoren der ETH Zürich auch weiterhin möglich, kostenlos über die ETH-Bibliothek in den Gold-Open-Access-Zeitschriften von Wiley zu publizieren.
  • Elsevier: Abschluss einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) für eine ab Januar 2020 gültige «Read & Publish»-Vereinbarung. Die Vertragsdetails werden bis Ende März 2020 fertig ausgehandelt. Der Zugriff auf Inhalte aus Elsevier-Zeitschriften bleibt während der Verhandlungen bestehen. Bei einem Abschluss ist der Zugriff auf alle Zeitschriften und zugleich die Möglichkeit der Veröffentlichung von Open-Access-Artikeln sichergestellt. Sogenannte «Article Processing Charges (APC)» fallen hierbei nicht an.
  • Springer Nature: Keine Einigung mit Springer Nature über eine «Read & Publish»-Vereinbarung oder eine Verlängerung des bestehenden Vertrags ohne Mehrkosten. Der lückenlose Zugriff auf alle wissenschaftlichenPublikationen von Springer Nature (pdf, 822 KB)ist trotzdem bis auf weiteres sichergestellt. Zudem ist es für Autorinnen und Autoren aus der ETH Zürich auch weiterhin möglich, kostenlos über die ETH-Bibliothek in den Gold-Open-Access-Zeitschriften der Springer-Imprints BioMedCentral und SpringerOpen zu publizieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ): Zu den Verhandlungen

Lizensieren und Publizieren

Lizensierung: Die bestehenden Vereinbarungen über den Zugriff auf die Inhalte der wichtigsten wissenschaftlichen, technischen und medizinischen Verlagshäuser unterliegen erheblichen Erhöhungen der jährlichen Lizenzgebühren und sind in der Regel nicht konform mit der nationalen Open-Access-Strategie und den Richtlinien der Geldgeber.

Publizieren: Eine wachsende Anzahl von Forschenden veröffentlicht ihre Forschungsergebnisse open access. Hybride Zeitschriften werden doppelt finanziert («double-dipping»), indem sie separate Gebühren für das Abonnement und das Publizieren von Open-Access-Artikeln erheben). Die Kosten für dieses Publikationsmodell sind hoch und werden weiter steigen.

Das Verhandlungsteam verfolgt klare Ziele, die es im Interesse aller Schweizer Hochschulen erreichen möchte.

Ziele

  • Lizenzierung und Open Access sind eng miteinander verknüpft: Alle Artikel, die von Forschenden an Schweizer Universitäten in einer Zeitschrift der vorgenannten drei Verlage veröffentlicht werden, müssen umgehend auch open access zugänglich sein.
  • Als Teil der Vereinbarung müssen Verlage fortlaufenden Zugriff auf ihre gesamten Zeitschrifteninhalte gewähren.
  • Kostenneutralität: kein Open Access = keine Preiserhöhung. Wenn keine vertragliche Vereinbarung mit den Verlagshäusern hinsichtlich Open Access erreicht werden kann, sollen in Zukunft keine Preiserhöhungen mehr akzeptiert werden.
  • Transparente Lizenzabkommen: Die Abkommen dürfen keine Vertraulichkeitsbestimmungen enthalten.

 Abonnemente und laufende Kosten

  • Anzahl Zeitschriften: Elsevier (ca. 1 900 Titel), Springer Nature (ca. 2 190 Titel) und Wiley (ca. 1 500 Titel)
  • Ausgaben 2019: EUR 22,4 Millionen (exkl. MwSt.) für die gesamte Schweiz
  • Ausgaben 2019: EUR 6,4 Millionen (exkl. MwSt.) für die ETH ZürichTraditionelle Lizenzierungsmodelle für den Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen orientieren sich häufig an der Grösse der abonnierenden Institution (Anzahl der Vollzeitbeschäftigen) und den Abonnementgebühren für ehemals gedruckte Zeitschriften. Die von der Institution getragenen Kosten für Open-Access-Publikationen (APCs) bleiben in solchen Modellen unberücksichtigt. Die jährlichen Gebührenerhöhungen für diese Modelle schwanken zwischen durchschnittlich 3 und 6 % oder mehr.

Traditionelle Lizenzierungsmodelle für den Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen orientieren sich häufig an der Grösse der abonnierenden Institution (Anzahl der Vollzeitbeschäftigen) und den Abonnementgebühren für ehemals gedruckte Zeitschriften. Die von der Institution getragenen Kosten für Open-Access-Publikationen (APCs) bleiben in solchen Modellen unberücksichtigt. Die jährlichen Gebührenerhöhungen für diese Modelle schwanken zwischen durchschnittlich 3 und 6 % oder mehr.

Transformationsvereinbarungen bündeln die ausgehandelten Preisbedingungen für den Zugriff auf wissenschaftliche Veröffentlichungen und die Publikationsdienstleistungen in einem einzigen Vertrag, um Ausgaben zu verschlanken und doppelte Kosten zu vermeiden.

  • «Read & publish»-Vereinbarung
    Dieses Vertragsmodell bündelt in einer Pauschale den Lesezugriff (welcher der abonnierenden Institution Zugang zu den Zeitschriften eines Verlags bietet) und das Open-Access-Publizieren in diesen Zeitschriften (ohne die Zahlung von APCs).
  • «Publish & read»-Vereinbarung
    Bei diesem Modell bezahlen die Institutionen nur für das Open-Access-Publizieren. Der Preis ist abhängig von den Publikationsaktivitäten der Institution. Autorinnen und Autoren einer Institution können ohne die Zahlung individueller APCs Open-Access-Artikel publizieren. Der Zugriff auf die Zeitschrifteninhalte ist inbegriffen.

Mit dem Ziel, eine «Read & publish»-Lösung zu finden, die dem gesamten Wissenschaftsbetrieb der Schweiz zugutekommt, verhandelt ein von swissuniversities beauftragtes Team seit Januar 2019 mit den drei Grossverlagen Elsevier, Springer Nature und Wiley.

Das Team verhandelt im Namen aller Schweizer Hochschulen, einschliesslich der EPF Lausanne und der ETH Zürich.

Einzelinstitutionen haben zugesagt, so lange keine parallelen Verhandlungen mit diesen drei Verlagshäusern zu führen, bis die Ziele der laufenden Verhandlungen erreicht wurden.

Die Solidarität im Rahmen dieser Initiative kann zur Folge haben, dass eine Situation ohne Übereinkunft (keine Abonnemente, kein Zugriff) akzeptiert werden muss, falls die bestehenden Vereinbarungen ablaufen, bevor die Verhandlungsziele erreicht werden.

Mehr Informationen zu den Verhandlungsstrategien und -zielen von swissuniversities (Link verlässt diese Seite)

Die Lage in der Schweiz unterscheidet sich kaum von der in anderen Ländern. Die Institutionen vieler Länder sehen sich ähnlich problematischen Beziehungen mit Verlagen gegenüber und verhandeln mit denselben grundlegenden Zielen.

Keine Übereinkunft mit Elsevier (ausgewählte Beispiele)

  • UC Berkeley: Die University of California (UC) Berkeley brach die Verhandlungen mit dem Verlagsriesen Elsevier ab, wodurch amerikanische Forschende derzeit keinen direkten Zugriff auf einige der wichtigsten wissenschaftlichen Artikel der Welt haben. 
  • Deutschland (Projekt DEAL): Die Verträge aller Institutionen sind Ende 2017 abgelaufen. Von Januar bis Juli 2018 wurde Zugriff auf neu veröffentlichte Inhalte gewährt. Ende August 2019 waren die Verhandlungen nach wie vor ausgesetzt.
  • Schweden: keine Vereinbarung seit 1. Juli 2017 (Ergebnisse einer Umfrage unter Forschenden (Link verlässt diese Seite))

Weitere Informationen

Unternavigation und ergänzende Informationen

Ergänzende Informationen Nationale Verhandlungen mit Verlagen – Lesen und Publizieren neu geregelt

Kontakt

Telefon: +41 44 632 21 35
E-Mail-Adresse: info@library.ethz.ch
Sie können uns auch über WhatsApp (Link verlässt diese Seite) und unseren Chat kontaktieren.