Datenmanagementplanung

Der Begriff Datenmanagementplanung bezeichnet die Planung des sachgemässen Umgangs mit Forschungsdaten entlang des Datenlebenszyklus.

Sie sollten sich bereits vor Beginn Ihres Forschungsvorhabens bewusst machen

  • wie Sie die von Ihnen erhobenen Daten dokumentieren und ablegen,
  • welche rechtlichen Aspekte Sie berücksichtigen müssen,
  • wieviel Speicherkapazität Sie benötigen,
  • wo Sie Ihre Daten, falls möglich, publizieren und zur Nachnutzung bereitstellen möchten.

Mittlerweile verlangen Forschungsförderer wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) (Link verlässt diese Seite) oder Horizon 2020 (Link verlässt diese Seite) die Anfertigung eines Datenmanagementplans (DMP) für die von ihnen geförderten Projekte. Der DMP soll auch den langfristigen Umgang mit Forschungsdaten darlegen.

Unabhängig von den Anforderungen der Forschungsförderer kann eine Datenmanagement-Policy innerhalb einer Forschungsgruppe zur Vereinheitlichung des Datenmanagements führen und erleichtert somit die Planung bei neuen Projekten. Zudem können neue Gruppenmitglieder von einer definierten Struktur und festgelegten Standards profitieren. Wir unterstützen Sie gerne beim Erstellen einer Datenmanagement-Policy für Ihre Forschungsgruppe.

Vorgaben und Richtlinien

Forschungsdatenmanagement ist Bestandteil der guten wissenschaftlichen Praxis, einem Grundprinzip der Forschung, welches an der ETH Zürich in den «Richtlinien für Integrität in der Forschung und gute wissenschaftliche Praxis an der ETH Zürich (Link verlässt diese Seite)» festgelegt ist.

Neben Vorgaben und Richtlinien der Hochschule gilt es, bei Planung und Umsetzung des Forschungsdatenmanagements auch die Richtlinien von Forschungsförderern sowie weitere rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten (z.B. Urheberrecht, Datenschutz, Humanforschungsgesetz usw.).

Datenmanagementplan

Im Datenmanagementplan (DMP) beschreiben Sie in Form eines kurzen Dokuments den Umgang mit Forschungsdaten innerhalb eines Projektes.

Dabei sollten Sie auf die einzelnen Elemente des Forschungsdatenlebenszyklus eingehen, beginnend bei Erstellung oder Sammlung von Forschungsdaten, über deren Analyse, Speicherung sowie das Teilen und Publizieren von Daten und letztendlich deren Nachnutzung.

Bei der Anfertigung eines DMP sollten Sie in der Regel die folgenden Fragen möglichst präzise beantworten, soweit dies zum jeweiligen Zeitpunkt bereits möglich ist. Bitte beachten Sie, dass die einzelnen Forschungsförderer jeweils eigene Vorgaben machen.

  • Welche Daten werden gesammelt, beobachtet, generiert oder wiederverwendet?
  • Wie werden diese Daten gesammelt, beobachtet, generiert oder wiederverwendet?
  • Welche Dokumentation und Metadaten werden zu den Daten erstellt?
  • Wie werden ethische Fragen adressiert und gehandhabt?
  • Wie wird der Zugang zu Daten und deren Sicherheit gewährleistet?
  • Wie werden das Urheberrecht und das Recht auf geistiges Eigentum geregelt?
  • Wie werden die Daten gespeichert und Sicherheitskopien erstellt?
  • Wie werden die Daten langzeitarchiviert?
  • Wie und wo werden die Daten geteilt (z.B. mit der Öffentlichkeit oder der Forschungsgemeinschaft)?
  • Besteht die Notwendigkeit Daten nur eingeschränkt zu publizieren, um vertrauliche Daten zu schützen?
  • Werden die gewählten Repositorien von gemeinnützigen Organisationen betrieben und erfüllen diese die FAIR Data Principles (Link verlässt diese Seite)?

Im Idealfall bedeutet die Beantwortung all dieser Fragen lediglich, dass Sie das bisherige Vorgehen bzw. die gängige Vorgehensweise innerhalb Ihres Forschungsfeldes kurz und bündig schriftlich festhalten.

Forschungsförderer wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) oder Horizon 2020 verlangen die Anfertigung eines DMPs für die von ihnen geförderten Projekte. Die DMPs müssen gemeinsam mit dem Gesuch eingereicht und während der Laufzeit des Projektes aktualisiert werden.

Sowohl der SNF als auch Horizon 2020 haben Richtlinien für die Erstellung von DMPs und für deren Inhalte verfasst:

Derzeit werden die Pläne lediglich auf ihre Plausibilität überprüft und gehen nicht in die wissenschaftliche Beurteilung eines Projektgesuchs ein. Es können dennoch Auflagen formuliert werden, wenn der DMP Fragen offen lassen sollte.

Weiterhin beabsichtigen die Forschungsförderer die Publikation einer finalen Version des DMPs; in der Schweiz etwa auf der P3-Projektdatenbank des SNF (Link verlässt diese Seite). Somit dient der DMP nicht nur als «Fahrplan» für Forschende während der Dauer eines Forschungsprojekts, sondern bietet anderen Forschenden eine Übersicht der erstellten Daten und vereinfacht dadurch deren Nachnutzung.

Die ETH-Bibliothek hat in Zusammenarbeit mit der EPFL-Bibliothek (Link verlässt diese Seite) und weiteren Projektpartnern des DLCM-Projekts (Link verlässt diese Seite) eine Schritt-für-Schritt-Anleitung (Link verlässt diese Seite) zur Anfertigung von DMPs für den SNF verfasst, welche zusätzlich nützliche Praxisbeispiele enthält.

Wir unterstützen Sie in der Anfertigung Ihres DMPs und bieten Ihnen auf Wunsch den Review Ihres DMPs an, bevor Sie diesen gemeinsam mit Ihrem Projektgesuch beim jeweiligen Forschungsförderer (SNF, Horizon 2020, etc.) einreichen. Dabei prüfen wir Ihren DMP bezüglich seiner Plausibilität und Konformität mit den Richtlinien der Forschungsförderer.

Unternavigation und ergänzende Informationen

Ergänzende Informationen Datenmanagementplanung

Kontakt

Forschungsdatenmanagement und Datenerhalt
+41 44 632 41 16
data-archive@library.ethz.ch